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Die Rettung eines Altblechs
und eines Pajeros


 
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Justin
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...und hat diesen Thread vor 14 Tagen gestartet!


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BeitragVerfasst am: 10.06.2024 14:23:14    Titel: Die Rettung eines Altblechs
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Hallo,

es liegt schon ein paar Tage zurück, also sogar fast ein Jahr. Da postete ein Freund in einer Mitsubishi Gruppe auf Facebook, ein Bild eines 94er blau/silbernen V20 3.5l dohc mit DIN Kennzeichen, den er zufällig in einem Bochumer Vorort sah.

Wem die DIN Kennzeichen nichts sagen sollten, sie gab es bis 2001, bevor die EU Schilder kamen. Für viele ist es nichts besonderes, für mich ist es ein Fahrzeug, das Jahrzehnte im gleichen Besitz angemeldet war, ein Fahrzeug mit einer Menge Geschichte und das den Besitzer über diese Zeit zuverlässig begleitete.

Nun bekam ich über Umwege mit, dass sich der Besitzer, aktuell 80 Jahre jung, eventuell von dem Pajero trennen will und so kam auch mein Interesse. Immerhin wäre es ein wahnsinns Sammlerwert für mich persönlich, da so gut wie keine Pajero mehr mit DIN Kennzeichen in Deutschland fahren. Zudem hat er auch noch meine liebste Farbkombination, Karosserievariante und Motor.

Der Besitzer willigte auch ein, dass ich die Nummernschilder übernehmen darf, wir haben uns auf einen, für heutige Verhältnisse, fairen Preis geeinigt und schon ging es an die Abholung. Zu dem Zeitpunkt war übrigens schon Oktober. Hau mich, ich bin der Frühling

Nunja, da ich einige offene Projekte habe und über zwei Monate mit einem Einzigen schwer beschäftigt war ( Opel Vectra A), ging es mitte Dezember an die Abholung.






Hintergrund:

Er kaufte ihn 1997 als jungen Gebrauchten und ließ den Frontbügel anbringen. Die 17 Zoll Alufelgen tauschte er 2002 gegen die Originalen aus, da der Händler diesen Radsatz noch auf Lager hatte.
Ursprünglich war der Pajero zum Ziehen eines Bootes und für Einkaufsfahrten da. Das Boot gibt es seit Ewigkeiten nicht mehr, also nutzte er ihn nur noch zu Einkaufsfahrten um die Ecke, gute 12 Jahre lang. Unsicher

So geschah es auch um den Motor. Er läuft zwar sehr ruhig, mit zu niedriger Drehzahl, das Kühlsystem ist rostbraun und die Zylinderköpfe völlig verrußt. Soweit ist der Rest aber in ordnung. Die Wartung ist einfach brutal überzogen, das Öl wechselte er aber alle 1-2 Jahre. Erinnerte mich alles an meinen L040 damals, nur diesmal ging ich es ganz anders an. Heiligenschein

Ich stellte ihn erstmal hin und zerlegte den Motor nebenbei immer weiter, untersuchte die Brennräume mit der Endoskopkamera und beschäftigte mich genauer mit der Klappenansaugung.



Die Klappenansaugung hatte ordentlich Spiel, gut einen halben Millimeter. Bei den 3.8l V6 der Pajero V80 gab es dadurch schon oft Motorschäden, da sich die kleinen Schrauben lockern und in den Brennraum fallen.
Nun gab es nur ein Problem, es gibt und gab nie Ersatzteile dafür.



Also kaufte ich mir einen Innennuten Messschieber, um die kleinen Bohrungen genauestens auszumessen, die alten Lager gab ich mit meinen gemessenen Daten zum 3D Druck, dort wurden die Lager aus Nylon Kunststoff nachgefertigt.
Da das ganze Preislich angenehm bleiben sollte, musste ich einige Wochen warten, bis die Firma ein Großprojekt aus diesem Kunststoff fertigen musste, da wurden die Lager aus den übrigen Resten gefertigt.

Nach etwas Feinarbeit am Außenring, waren die Lager passgenau.



Unterschätzen darf man bei der Welle auch nicht den kleinen Gummiring, der am äußeren Ende sitzt. Er muss unbedingt konisch sein, da die Welle sonst zu schwergängig ist. Wenn er mit der Zeit an Durchmesser verliert, ist er auch ein Grund für zu großes Spiel.




Nun alles zusammenbauen, die kleinen Schräubchen gehen beim Ausbau immer kaputt. Da muss einfach Ersatz her. Ich habe lang nach den Originalen gesucht... Sind Mikuni Vergaserschrauben M3x8 mit Federring gold verzinkt. Gewindesicherung ist hier auch absolut Pflicht.



Die Ansaugbrücke, Ventildeckel und Kleinteile habe ich zum Ultraschallreinigen gegeben. Nach den vielen Jahren geht nicht alles raus, aber das meiste. So kann man auch 10ps zurückholen. rotfl

Ein Faible von mir, ist das Entgraten der Ansaugbrücke. Ob es nun etwas bringt oder nicht, aber so eine weiche Kante ist doch viel schöner. Love it




Die Ventildeckel sind wieder schön geworden. Den Ruß bekommt man mechanisch ganz schlecht weg, zudem haben die DOHC Deckel Kammern für die Gehäuseentlüftung. Habe nachträglich alles penibel mit Reiniger und Druckluft ausgeblasen, da ist alles wieder frei geworden.




Beim Motor selbst kann ich erstmal nur sehr kurze Ölwechselintervalle einhalten und ihn selbst nicht sehr belasten. Das meiste saß aber in den Ventildeckeln und das muss nicht erst wieder durch den Motor. Die Simmerringe tauschte ich selbstverständlich auch gegen neu und Original.



Das Kühlsystem brauchte ebenfalls starke Aufmerksamkeit. Da wurde das Kühlmittel nicht alle 4 Jahre gewechselt, wohl eher noch nie... Nee, oder?



Den Kühler spülte ich stundenlang aus, es kamen starke Ablagerungen, aber zum Glück kein Material der Kühlerrohre. Er ist zwar nicht wie neu, aber sollte seinen Zweck wieder erfüllen können.

Die Wasserpumpe kam selbstverständlich auch neu. Ich verbaute eine Aisin WPM031, welche meiner Recherche nach, die Originale sein müsste. Aisin ist der Erstausrüster von allen bekannten japanischen Automarken, für alles, dass sich am Auto bewegt.

Der Zahnriemen von Gates ist auch schon montiert, am DOHC muss man da sehr genau schauen, habe mir auch extra die vorgesehenen Nockenwellenarretierungen gekauft und das Spezialwerkzeug, um die Spannrolle zu spannen.

Aktuell hänge ich dort aber fest. Der Schwingungsdämpfer braucht nicht neu, solang er Spannung hat, habe ich mir oft sagen lassen, allerdings passen die Sollwerte aus dem WHB nicht überein und er geht nicht in die Sollstellung zurück.
Der Splint ist zwar Locker, nachdem ich die Spannrolle mit 9,5nm spanne, sobald ich die Zentralschraube mit 48nm anziehe, geht der Kolben des Dämpfer selbstständig nach innen, aber kommt nicht wieder raus, da muss ich erst nachhelfen.



Deshalb habe ich nun einen neuen Originalen Schwingungsdämpfer bestellt und warte nur noch, bis er aus Dubai hier ist.

Am Auspuffkrümmer sind mir die Schrauben des AGR abgerissen, das werde ich auch stilllegen, hat dem Motor nur geschadet.
Da ich mittlerweile 3x 6G74 hier liegen habe, werde ich den Krümmer einfach tauschen. Ätsch

_________________
Grüße, Justin




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BeitragVerfasst am: 10.06.2024 14:31:39    Titel:
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Danke für diesen schönen und ausführlichen Beitrag! Respekt

Das mit den Kennzeichen ist eine interessante Motivation. Supi
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Justin
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BeitragVerfasst am: 10.06.2024 15:00:45    Titel:
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Vielen Dank YES

Ich vergaß noch, Euch den Zustands des Blech mitzuteilen. So schlecht ist er nämlich nicht. Smile Der Rahmen ist ungeschweißt und braucht es auf den zweiten Blick auch nicht, die Stoßstangen müssen mal runter, damit ich dort alles entrosten und Versiegeln kann.

Die Karosserie hat üblich an den Radläufen und Endspitzen arbeit nötig. Dafür hat hier noch keiner wild herumgebrutzelt und mir damit das nachbauen der Originalformen erschwert. Ja



Allerdings hat die Hinterachse an der Schweißnaht einen Haarriss Unsicher Ich kann es mir nicht erklären, es ist die stärkste 9,5" Hinterachse und er sah auch kein Gelände. Muss sich wohl um einen Materialfehler handeln.

An einer eingebauten Achse habe ich noch nicht geschweißt.
Ich würde die Steckachse ausbauen, das Öl ablassen und aus dem Achsrohr weitestgehend entfernen, die Schweißnaht am Riss leicht einschleifen und dort Etappenweise verschweißen. Anschließend mit einem nassen Tuch und Druckluft schnell abkühlen.

Würde das dauerhaft halten? Sollte ich noch ein Verstärkungsblech aufsetzen?


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Grüße, Justin




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BeitragVerfasst am: 10.06.2024 15:37:13    Titel:
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Hallo, super. Danke für die Bilder.
Das Klappenteil zieht bei fast jedem 3.5er Falschluft....
Und sorgt für eine Falsche Spritmenge.

Gut wen es bei dir wieder funktioniert.
Einen Unterschied habe ich bei meinem nicht festgestellt.
Ich hab es auf "kurzem" weg fixiert und die Durchführung provisorisch abgedichtet.

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Liebe Grüße Robert

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BeitragVerfasst am: 10.06.2024 15:52:39    Titel:
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Der lange Ansaugweg sorgt für frühes Drehmoment, das ist mir sehr wichtig. Die Welle hatte übrigens bei 3 von 4 Motoren bei mir Spiel. Das wird mittlerweile bei jedem 3,5er dohc ein Problem sein.

Bei deinem ist das der Rallye Pajero oder? Wenn du mit dem meist höhere Drehzahlen fährst, ist der kurze Weg ohnehin besser, glaube zwischen 3000 und 4000 Umdrehungen schaltet es um.

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Grüße, Justin




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BeitragVerfasst am: 10.06.2024 17:11:12    Titel:
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Hallo, ja. Unter 3000u/min bekommt der nur auf dem Weg zum Start....

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BeitragVerfasst am: 10.06.2024 19:49:56    Titel:
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Super detaillierte Arbeit Justin!
Wie immer schön anzusehen, bin schon auf die Blecharbeiten gespannt. ;-)
Weiter so! YES

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BeitragVerfasst am: 22.06.2024 22:37:20    Titel:
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Unser 1996 Pajero 3.5 DOHC zieht unten raus meiner Meinung nach zu schlecht. Vielleicht müssen wir die Klappen auch mal ansehen.

Mach den Zahnriemespanner unbedingt neu durch ein Mitsubishi Originalteil. Das ist die grösste Schwachstelle bei den Motoren.

Wirklich coole Karre die du da gefunden hast. Kannst du all die Autos in deinem Fuhrpark noch regelmässig fahren? Ist ja schon eine beträchtliche Sammlung.
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