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DB-Umbau [Suzuki Samurai]
Der rasende Campingstuhl bekommt Flügel

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Matthias
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BeitragVerfasst am: 18.09.2018 23:24:40    Titel:
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Rallyebericht Teilnahme 2018:

Mittwoch, 27.06.2018. 3:30, Lenggries

Das vertraute Klackern der Ratschengurte kündet von einem neuen Abenteuer des Suzuki und seiner Freunde.
Die letzte Nacht vor der Abfahrt haben Martin und ich schon fast traditionell durchgeschraubt und gepackt. Zum Schluss fallen einem dann ja doch noch tausende Kleinigkeiten auf die Füße oder einfach noch ein. Neuer Wagenheberhalter, Bordwerkzeug packen, zwecks einer neuen Heizung (die alte war nicht mehr dicht) den Instrumentenhalter noch modifizieren usw. usf....

Aber nun geht es los. 4:30. Patrol zieht Hänger mit Suzuki drauf, Max begleitet uns mit seinem dreizylindrigen Renault Master und so fahren wir gen Norden. Über 1000km Anreise sind es von uns aus, der ganze Tag ist dafür eingeplant.
Auf dieser Reise geschieht wenig spektakuläres. Um Berlin staut es sich enorm trotz Fußball, die Fahrt durch Polen wird von Baustellen dominiert.



Ein obligatorischer Biedronkabesuch gehört auch dazu, im Dunkeln kommen wir schließlich an. Zelte aufbauen und ab in die Koje.

Donnerstag, 28.06.18. Dretyn.

Aufstehen, Pavillion aufbauen, Frühstücken, Suzuki abladen, Camp einrichten, Anmeldung, Erste Hilfe, technische Abnahme. Und in der übrigen Zeit noch eine Menge Basteleien am Suzuki.





Windenseil, Scheibe polieren, Druckschalter tauschen. Bei der Fahrt zur Tankstelle fällt auf, dass der Heizungswärmetauscher undicht ist. Mist. Den hatte ich doch eben erst neu eingebaut, und auch mit über einem Bar abgedrück. Und da war der doch dicht?
Ok. Hilft ja nix. Raus damit.

Die Leckage ist schnell ausgemacht. Es drückt zwischen auf der Oberseite einer Kühlrippe, mitten im Netz Wasser heraus. Kaltmetall könnte helfen.
Der erste Versuch mit zehn Jahre im Suzukibordwerkzeug gereiften Knetmetall misslingt. Das Zeug wird nicht mehr richtig hart.
Raus damit, frisches organisiert. Macht aber leider auch nicht mehr richtig dicht. Vielleicht ist der Kühler selbst schon zu oxidiert.

Mist. Na dann fahren wir halt erst mal ohne Wärmetauscher. Ich stecke mir einen Abzieher ins Türfach, wird schon klappen. Vielleicht basteln wir uns was aus Kupferfittingen selbst. Muss ja keine gigantische Wärmeleistung haben, nur das Beschlagen der Scheibe verhindern.

Für heute Feierabend. Morgen gehts los, die erste Etappe der Breslau 500 steht an.

Freitag, 29.06.18. Camp Dretyn.

Fahrerbesprechung. Die Etappe wurde leider ordentlich gekürzt. Von 100 auf 60 km reduziert.
Egal, zum warmwerden ist das vielleicht ganz richtig so.

Vorstart aus dem Camp heraus, Start 500m neben dem Camp. Der Startabstand wurde auf 3 Minuten erhöht, da die Strecken wohl recht eng seien, mit nicht so guten Überholmöglichkeiten..
Also ab in die Wälder.
Nach wenigen Kilometern ist schon ein Sumpf angekündigt. Den vor uns Gestarteten Grat vom Kowalskiteam haben wir bis dahin auch einholen können, er übersieht auch noch den Abzweig zum Sumpf, brettert dran vorbei. Martin verweist mich auf einen Rückeweg. Den rein, paar hundert Meter am sumpfigen Bach entlang und dann zeigen uns schon Trassierbamd und einige bunte Warnwesten an, dass wir hier passieren müssen. Viele snd hier noch nicht durch. Martin springt raus und erkundet die Durchfahrt ganz links. Sieht gut aus. Finden die vom Kowalskiteam hinter uns auch und drängeln sich vorbei, bevor ich ans Loch rangiert bin. Fahren rein und bleiben auf halbem Wege stecken, machen mit der Winde weiter.

Hias: "So wia des bei dene ausschaugt, kemma mir aa ned ohne Winch durch. kanntma as seil aa glei durchziagn."

Martin: "Einverstanden,. Ich kann links an denen vorbeilaufen und das Seil schonmal ans andere Ufer bringen, wenn die raus sind, gleich hinterher.!"







Seil raus, Martin watet durch den sumpfigen Bach, wartet etwas abseits, und sobald der Grat aus der Bahn ist, Seil ran an den Baum und los gehts. Der GRat hat gerade mal seinen CP<Stempel bekommen, da sind wir schon drüben. Baumgurt und Seil wieder verstaut, Beifahrer eingeladen, Stempel geholt, weiter gehts.
Schnell und eng durch die Wälder, keine breiten Pisten, nur eine Spur, teilweise mit fiesen Wellen und hartem Boden, Wurzeln, kanckig, navigatorisch fordernd vor allem durch die enge Abfolge von Kreuzungen, die Geraden aber sehr schnell fahrbar. Zudem ist es ziemlich trocken. Das bedeutet harten Boden, aber auch guten Grip und wenig Rutschen, das Auto lässt sich deutlich schneller und sicherer bewegen ohne unkontrolliert zu wirken.

Einzig der Staub von anderen Teilnehmern nimmt arg die Sicht und lässt Überholmanöver noch schwieriger werden - in den Staubwolken blind volles Tempo fahren ist bezüglich übersehender Hindernisse einfach zu gefährlich und man kommt eigentlich auch garnicht dicht genug ran, um sich per Hupe bemerkbar zu machen.

Etwa 30 rasante CC-Kilometer später erneut ein Hindernis für die Extremklasse - die Strecke führt an einer Stromleitungstrasse entlang, ein Steilhang ist zu überwinden. Etwa 5-6m Höhenunterschied, aber äußerst lockerer Sand. Zwei Fahrversuche enden jeweils auf zwei Drittel der Höhe, der weitere Vortrieb verpufft im losen Sand. Die Winde richtets.





Rauf, Stempel geholt, an der Stromtrasse weiter, nicht zu schnell, tiefe Löcher im Boden lauern. Nach wenigen hundert Metern biegen wir wieder auf die CC-Strecke ein, Vollgas weiter.

Teerstraße. Geschwindigkeitsbeschränkt, da öffentliche Straße. Strecke geht wieder nach links weg, auf einen Waldweg. Nicht weit und wir laufen auf einen Unimog auf. Der Weg ist schmal, der Unimog deutlich langsamer als wir. Vorbei kommen wir leider nicht. Nicht lange und hinter uns läuft ein weiteres Auto auf. Fetter LED-Balken. Tagsüber. Vermutlich möchte man drängeln. Hilft aber nix. Wir kommen auch nicht vorbei. Einen oder zwei Kilometer später. Der Weg öffnet sich, der Unimog fährt an die Seite, wir ziehen vorbei. Der hinter uns auch. So leicht möchte ich mich aber nicht überholen lassen. Erst mal sehen, ob der hinter uns überhaupt unser Tempo fährt - sonst hängen wir nämlich hinter dessen Staubwolke.
Also Gas. Na, geht doch. Der hinter uns wird kleiner.
Der Weg taucht wieder in den Wald hinein. Schattig ists. Und da lauert auch schon eine BODENWELLE.
Zu spät gesehen, zu krass der Hell-Dunkel-Wechsel. Das Auto macht einen heftigen Satz, bei der Landung schließt sich die staubbedeckte Sonnenblende meines Helms, die Orientierung fällt schwer und ziemlich ziellos versuche ich das Auto wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dagegen sprechen noch weitere Folge-Bodenwellen, die Karre bockt, ich seh nix, irgendwie ist es ein Ritt auf dem Rodeopferd.

Martin: "Halt halt mal an."

Hias: "ja, wiaso ned, eigentlich. hast recht."

Rechts ran, Stop. Sicht wiederhergestellt. Kurz orientiert. Haha. Unser Verfolger ist weit abgeschlagen. Na denn. Sind wir wohl doch schneller. Also weiter.

Ein letztes Sumpfloch kommt kurz vor Schluss. Feldweg, links weg, eine sumpfige Wiese hinab zu einem Bach, direkt danach einen etwas steileren Hang rauf.
Martin hüpft raus und erkundet die Spuren, winkt mich schnell ran.

Martin: "Das ist schon einigermaßen aufgewühlt und der Bach sieht auch aos aus als hätte er eine Stufe. Wir hängen gleich die Winde an."

Hias: "Jo eh. Schaungmamoi ob mir den Hang drüm nach auffekemma oder ob mir glei umhängan"

Seil und Beifahrer durchs den Bach, an den Baum und ab durchs Loch gezogen. Drüben abgehängt, mit zwei Sperren gehts den Hang aber ganz leicht hoch. Stempel geholt, weiter durch Wald und Flur.

Noch einige Kilometer, dann ist die Etappe auch zu Ende. Es waren gesamt auch nur gut 60 heute. Lief sauber und ohne Probleme, Fahren, Navigieren alles noch im Warmlaufmodus, aber ohne Mucken. So kann es den Rest der Woche weiterlaufen.

Zurück ins Camp, Tanken, Durchsicht, keine nennenswerten Schäden. Schön. Auch im Service ist das ganze noch entspannt. Zeit genug, aus zwischenzeitlich organisiertem Material noch einen neuen Heizungswärmetauscher zu bauen. Nur den Einbau haben wir dann auf einen Folgetag verschoben.




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FjDave
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BeitragVerfasst am: 21.09.2018 12:32:34    Titel:
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Geiler Bericht wie immer, bin gespannt was noch so passiert ist :D Respekt

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Nightwolve
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BeitragVerfasst am: 28.09.2018 14:02:28    Titel:
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Ich auch, echt klasse der Bericht YES

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Matthias
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BeitragVerfasst am: 04.10.2018 20:49:49    Titel:
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Samstag, 30.06.18. Dretyn

Aufstehen, Frühstücken. Camp abbauen. Heute steht einiges auf dem Programm. Showstart in Miastko, eine Teiletappe in der gleichen Gegend wie gestern, eine zweite auf dem Poligon Czarna, dann die Überführung ins Camp Drawsko und eine Nachtetappe.

Für uns als Teilnehmer geht es erst gegen Mittag los, genug Zeit um mit Anja, Steffi und Max das Camp abzubauen. Unser Service ist dann auch schon weg, während wir noch im Camp stehen und auf den Vorstart warten.

Schlechtes Wetter zieht auf. Es beginnt zu nieseln.

Martin: "Oh je. Und meine Jacke ist im Servicefahrzeug."

Hias: "Mei, des hat ma doch scho an hoibadn Dog lang gseng, dos no a Weda kimmt. Zipfä."

Es schwirren aber doch noch einige Leute im Camp rum, Robert Stückle bzw. sein Kumpel haben noch eine alte Schrauberjacke dabei. Bekommt Martin verpasst. Perfekt.

Irgendwann ist dann die Zeit auch ran. Vorstart im Camp, 1h Zeit für die Überführung zum Showstart. 20km Strecke. Entspannt. Mittlerweile hat der Regen auch wieder aufgehört.
Raus aus dem schon ziemlich verlassenen Camp, ab auf die Straße. Irgendwie lenkt sich das Auto seltsam. Vor allem in engeren Kurven.
Scheiße. Lenkgestänge verbogen?
Wir rätseln eine Weile rum, bis ich den betätigten Schalter für die Vorderachssperre entdecke. Muss gestern beim Schrauben jemand hingekommen sein. Na dann. Halb so wild.

Die Straße nach Miastko ist recht voll. Ein paar Kilometer vor der Stadt gehts nur noch im Stop-and-go-Modus weiter. Der Zeitpuffer für den Showstart schmilzt rapide dahin. Als wir dort ankommen sind wir eigentlich schon eine Viertelstunde zu spät, werden direkt zur Startlinie gewunken und fahren direkt weiter.
Mangels aufgestellter Autos gibts auch fürs Publikum wenig zu sehen und entsprechend wenig Leute sind da. Schade, vor allem bei dem nicht unerheblichen Aufwand, den man dafür getrieben hat. Kann alles versauen, so ein Stau.

Über die Startlinie, kurz angasen und dann wieder in den Verkehr einreihen.
Es geht noch ein paar Kilometer im normalen Verkehr weiter, dann biegen wir ab. Start mit Zeitnahme irgendwo am Straßenrand, in den Wald hinein.

Ähnliches Terrain wie gestern. Enge Waldwege.
Mit 110 km sind es deutlich Kilometer mehr als gestern und das ist nur die erste Teiletappe.
Gestern liefs ja recht gut, das heißt, wir starten relativ weit vorne. Den Platz sollten wir uns auch halten. Klappt auch. Bald sind wir auf die langsamen der CC-Klasse aufgelaufen. Aber bald ist auch Jim Marsden auf uns aufgelaufen. Den lassen wir aber schnell vorbei. Auf Piste ist er doch deutlich flotter als wir.



Es dauert nicht lange und wir hängen in der Staubwolke hinter einem blauen Pajero fest. Keine Möglichkeiten zu überholen wenn er nicht Platz macht. Mist. Eine enge 160-Grad-Rechtskurve. Sehr eng. In einen Hohlweg rein. Der Pajero muss reversieren. Im Roadbook steht "tight". Vorbei kommen wir auch nicht. Müssen auch zurücksetzen. Zweimal. Im Eifer des Gefechts beim ersten Ansatz zu wenig zurückgesetzt. Egal. Der Pajero ist weg, schauen wir, dass wir ihn wieder einholen. Mit Karacho weiter.
Ein Daumen liegt auf der rechten Spalte des Roadbooks. Unter diesem warnen drei Ausrufezeichen vor einer Bodenwelle. Tja.

Ich sehs zu spät, reagiere falsch und bremse voll rein. Es knallt recht heftig, die Vorderachse schlägt voll durch, die Geräuschfolge wird von einem lauten Fauchen abgeschlossen. Ein in der Folge stark instabiles Fahrgefühl reißt mich zu folgender Aussage hin:

"Zefix. I glab mir hom furn an Plattn. I hoit a moi o, wanns basst."

Martin: "Du hast auch völlig falsch reagiert und in die Welle reingebremst. Hast du das Fahren denn völlig verlernt?"

Hias: "Jo is de wein neda im roadbook gschdanna?"

Martin: "Da stand nur 'Narrow!' "

Unabhängige Untersuchungen ergaben übrigens, dass drei Ausrufezeichen im Roadbook schmäler sind als der Daumen meines Beifahrers.
Egal. Das geschah später. Wir rollen zunächst an einer kleinen Lichtung rechts ran und machen uns an den Reifenwechsel. Die Felge links vorne hat es durch den Einschlag stark verbogen, dass da die Luft entweicht wundert nicht.

Der Reifen ist schnell getauscht. In der Zwischenzeit rauscht derweil gefühlt das halbe Feld unserer Klasse an uns vorbei.
Das bedeutet Aufholjagd.

Wagenheber verstauen und weiter.

Es geht wieder durch die engen Wälder. Kompasskurse und schwierig zu interpretierende Kreuzungen ärgern uns ein wenig, lassen uns die ein oder andere unnötige Schleife drehen. Keine dramatischen Herausforderungen. Auch ein paar kleine Sumpfhindernisse können uns nicht sehr lange aufhalten. Aber richtig rund und flott läufts seit dem Platten nicht mehr. Immer wieder mal verfransen wir uns kurz, der Fahrstil ist auch nicht ganz so flüssig.
Und Aufholen - tja, das können wir uns so irgendwie gerade auch abschminken.

10km vor Schluss der ersten Teiletappe. Waldweg entlang einer Stromleitungstrasse. Es geht bergauf, zweiter Gang.
Ein schlagendes regelmäßiges Geräusch. Antriebsstrang.
Rechts ran. Wir stehen, Geräusch ist weg. Kurz anfahren, auskuppeln, ausrollen. Es schlägt bei Fahrt. Geschwindigkeitsabhängige Frequenz. Egal ob eingekuppelt oder nicht. Egal obs Verteilergetriebe auf High oder Low steht.
Wir diagnostizieren daraus einen Schaden im Schaltgetriebe.

Hias: "dofür gibts an Plan. Dös hams bei Suzuki nämlich a so gmocht, dass da vierte Gang direkt durchtreibt. wann mir dusel ham, hebt des noch so lang bis zum ziel. Wahrscheinlich is de Vorgelegewelln hi."

Martin: "Vierter Gang Untersetzer solle uns ja doch recht weit bringen."

So versuchen wir es. Untersetzung eingelegt, vorsichtig angefahren. Im zweiten Gang kracht es fürchterlich, also schnell in den dritten und vierten. Es schlägt trotzdem permanent und so geht es entsprechend vorsichtig weiter. So sind wir natürlich nicht mehr schnell. Aber hei, wir haben noch realistische Chancen anzukommen. Da ists auch egal, noch überholt zu werden.

Kurz vor Schluss nochmal eine kleine Sumpfquerung. Viele Konkurrenten sind schon da und kämpfen.
Martin erspäht eine Spur, ich manövriere vorsichtig im kleinsten Gang hin (mit vielen lauten Geräuschen begleitet), wir installieren das Windenseil, ziehen das Auto getriebeschonend durch und sind entsprechend schnell wieder auf Strecke.



Noch dreimal um die Kurve und wir sind im Ziel. Hurra. Das erste von heute insgesamt dreien.

Kurze Lagebesprechung.
Martin: "Was meinst du, wie lange brauchen wir zum Getriebetausch?"

Hias: "des oide ist noch ned 100% hergricht, nei eidichten miassmas aa, schätzt a moi 3 stund leicht."

Martin: "Okay. Die nächste Teiletappe sind 70km. Und zwar im Czarne Poligon. Das war der Zick-Zack-Kurs, den wir 2016 auch schon gefahren sind. Das war ja die reinste Staubhölle."

Hias: "Wann uns des Getriebe in der Etappn vollständig verreckt, dann werdn mir des mit Bergung und Überführung ins Camp ned bis zur Nachtetappn schaffn wieder zum startn."

Aufgrund dieser stichhaltigen Argumente beschließen wir, die zweite Teiletappe sausen zu lassen und auf Straße ins nächste Camp zu fahren, in der Hoffnung, dass das Getriebe durchhält und wir dann relativ entspannt das Getriebe wechseln können. Irgendwie langweilig. Aber der Getriebeausfall erschien aufgrund der Geräuschkulisse sehr wahrscheinlich. Und die Nachtetappe reizt uns deutlich mehr als Csarne.

Also wird kurz unser Service angerufen, dass wir gleich ins Camp fahren und sich alle für eine Serviceaktion bereithalten sollen.

Ab nach Drawsko.
Mist. Unsere Taktik, die erste Etappe der Breslau 500 mitzunehmen als Probefahrt, die im Zweifelsfall nicht auf die Gesamtwertung schlägt ist nicht aufgegangen.

Straßenfahrt im Straßengang, möglichst alles im vierten Gang. Dank Renault-Traktor-Motor gehen im vierten sogar Kreisverkehre.
Über 100km bis Drawsko. Hoffentlich hälts. Wenigstens ist recht wenig Verkehr, das macht wenig Anfahrmanöver erforderlich.

Eineinhalb Stunden später sind wir da. Anja, Max und Stephi haben uns ein schönes Plätzchen gesucht, sind sichtlich von der Geräuschkulisse beeindruckt, welches das Getriebe von sich gibt.
Ab untern Pavillion, Getriebe raus und wenigstens den Deckel auf.
Eindeutiger Zahnausfall.



Allerdings an den Gangrädern vom zweiten Gang. Der hat auch deutlich am lautesten gescheppert. Mit 1,3,4,5 wäre die zweite Teiletappe auch möglich gewesen. Aber man steckt eben nicht drin. Taktiert und falsch geschätzt, bei der Diagnose nicht genau hingesehen...

Wir kämpfen recht lange mit dem Ersatzgetriebe. Ein Entlüftungsanschluss fehlt und das Nachsetzen ist garnicht so einfach. Der hintere Deckel vom anderen Getriebe passt auch nicht, die haben unterschiedliche Längen. Alte Dichtmasse abribbeln und alles wieder ordentlich einsetzen braucht so seine Zeit, irgendwie sind wir aber auch recht unkoordiniert unterwegs. Eine nicht gefahrene Etappe nervt und sorgt auch nicht für die beste Stimmung.






Irgendwann haben wir aber alles zusammen. Da ists aber auch schon Dunkel, es gibt nur eine kurze Probefahrt ob das Auto kuppelt und schaltet. Kleinigkeit essen, zwei Stunden dösen und dann gehts kurz nach eins auch los.

Wir haben ja heuer an der Lichttechnik aufgerüstet und uns einen Satz LED-Hauptscheinwerfer gegönnt. Die werden bei dieser Gelegenheit getestet.

Schon die Fahrt auf Straße zum Vorstart lässt lichttechnisch viel hoffen. Rein in den Truppenübungsplatz Drawsko und dort ab in die Etappe. Kurz ist diese gehalten, nur gut 40km.
Doppelstart, und der hats in sich. Der ganze Platz ist ziemlich trocken und entsprechend staubig. Jörg und Peter starten neben uns, ziehen dank etwas mehr Hubraum auch recht schnell vor - und wir hängen im Staub hinterher. Sichtweite zum Teil nur wenige Meter, immer wieder stehen dicke Wolken auf der Strecke, durch die wir uns lieber nur vorsichtig tasten. Hier helfen auch die besten Lampen nichts.
Die Navigation ist - durch die Nacht bedingt - eh schon sehr anspruchsvoll, der Staub machts
nicht weniger schwer. Bei vielen Abzweigungen überwiegt eher die Hoffnung, dass der Weg da war und man noch im Roadbook ist - so jedenfalls mein Eindruck vom Fahrersitz aus.

Die ersten 15km sind also ein einsamer Ritt über staubige und dunkle Pisten, nur die gelegentlichen Staubwolken verraten, dass vielleicht jemand anderes hier entlang gefahren ist.

Ein Kat von der Bergung steht am Wegesrand, an einer Vielfachkreuzung. Diese ist noch exakt im Roadbook. Der nächste Abzweig passt so einigermaßen. Aber der dritte? Da ist weit und breit nix. Hundert Meter zu weit ist was einigermaßen passendes. Aber irgendwie auch nicht wirklich. Einige andere Teilnehmer irren hier auch rum. Hm. Passts Roadbook nicht, oder ist es nur eine knifflige Stelle? Wir versuchen alle möglichen Varianten. Aber es wird nix draus.
Mist. Zurück zum letzten wirklich eindeutigen Roadbookbild. Das war die Kreuzung an der der Kat stand. Diese noch mal genau ansehen. Hm. Laut Roadbook mehr oder weniger gradeaus drüber. Real leicht links.
Passt aber eigentlich doch ganz gut?
Ähm. Der Kat steht leider sehr geschickt an der Kreuzung und verdeckt einen Abzweig. Nachts, bei flotter Fahrt schnell übersehen. Merde. Okay. Da passt das Roadbookbild noch besser. Und die darauffolgenden auch - hurra, wir sind wieder auf Strecke.



Eine der typischen Drawsko-Wasserdurchfahrten. Im Dunklen schwerer einzuschätzen, aber auch nicht die tiefste. Zweiter Gang, Untersetzer, alle Sperren und durch. Geht problemlos und relativ elegant. Drüben Stempel holen, Scheibe abziehen und weiter im Roadbook.

Das Feld verdichtet sich. Wir fahren zum Teil richtiggehend in Kolonne mit anderen Teilnehmern. Immer wieder zweigt auch mal wieder einer an einer Kreuzung falsch ab. Wir zuckeln gemütlich durch, lassen uns auch vom einsetzenden Regen nicht schrecken. Im Gegenteil, der bindet wenigstens den Staub ein wenig. Das einzige, was jetzt noch die Sicht einschränkt sind die ultragrellen Staublichter mancher anderer Fahrzeuge, deren Blaulicht schon tagsüber blendet. Nachts ein absolutes Unding.

Irgendwann erreichen wir in Kolonne das Ziel. Kurz vor Etappenende gab es noch einige Irrfahrer, das Roadbook stimmt aber. Fertig für heute. 3 Uhr früh.

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grubber
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BeitragVerfasst am: 07.10.2018 20:11:47    Titel:
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Super geschrieben, solltet ihr als Buch veröffentlichen YES

Was ist das für ein Schlauch neben dem getriebe? Für die Kupplung?
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Matthias
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BeitragVerfasst am: 08.10.2018 07:52:22    Titel:
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Welcher? Der auf dem Tisch?

Kühlwasser. Supi
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BeitragVerfasst am: 15.10.2018 21:29:23    Titel:
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Sonntag, 01.07.18. Drawsko

Zwei Teiletappen heute auf dem Truppenübungsplatz. Zugleich auch die letzte Etappe der Breslau500-Wertung.

Los gehts für uns kurz nach 10. Lange Ausschlafen ist trotzdem nicht drin, ein Rundumcheck des Autos nach der Nachtetappe ist nämlich noch vonnöten.

Der ergab zum Glück keine wirklichen Schäden. Eine Kardanwelle tauschen wir vorsorglich, die Kreuzgelenke wirken nicht mehr hundertprozentig.

Kurz nach dem Start beginnt eine Reihe Kompasskurse übers Plateau. Es geht etwas hin und her, ein paar der üblichen Wasserdurchfahrten, der Granatenbaum ist heute auch dran, ein paar kleine Schnitzer in der Navigation, ich bin leider auch nicht ganz fit und fahre nicht unser eigentlich mögliches Rallyetempo.



Das große sumpfige Wasserloch mitten auf der freien Fläche ist auch wieder in der Strecke enthalten. Auch dieses mal kommen wir hier nicht ohne Seilwinde durch, auch heuer steht wieder ein LKW des Veranstalters als Bergepunkt da. Tief ist unsere Spur trotzdem, das Wasser steht mal wieder bis über die Lenkradmitte, entsprechend ist auch alles ordentlich durchnässt.
Während wir uns durchziehen, fährt jenseits ein Bowler der CC-Klasse von rechts nach links vorbei, auf dem Weg, auf dem die Wasserdurchfahrt im rechten Winkel einmündet.
Fertig, CP gestempelt und weiter. Auch nach links.
Auto raufbeschleunigt, über eine Kuppe - und jenseits dieser kommt uns der Bowler im Rallyetempo ENTGEGEN.

Beide Autos steigen voll in die Eisen, unsere Bremsen sind noch nass - und so kommts zum Frontalzusammenstoß.

Arghs. Idiot. Wenn ich mich schon verfahre, dann baller ich vielleicht nicht Vollgas über die Strecke, sondern rechne mit Gegenverkehr....

Ausgestiegen, das Gegenüber fährt schon wieder weiter. Sichtprüfung. Die Stoßstange ist ordentlich verbogen, hat aber ihren Zweck des Energieaufnahmemittels erfüllt. Rahmen heil, unter der Haube sieht auch alles gut aus, wirklich nur die Stoßstange zusammengefaltet. Halb so wild.

Weiter, zuende fahren. Sonst kommen wir zügig durch ohne weitere größere Bergeaktionen oder Schäden.



Sind ja auch nur 85 km in der ersten Teiletappe.

Es gibt einen Servicepunkt zentral im Truppenübungsplatz, hier warten Anja und Max schon auf uns. Es gibt einen Snack, 20 Liter Sprit von Olli fürs Auto, Scheibe putzen, kurze technische Durchsicht.
Die Bremsbeläge und weitere mitgebrachte Ersatzteile braucht es zum Glück nicht, es ist trocken.

Weiter in die zweite Teiletappe. Nochmal 55km.
Wieder einiges an kniffliger Navigation zu Beginn, dann ab in die Wälder, eine halbe Stunde nach Start ein uns bereits bekannter großer Sumpf. Breit, tief, ungefähr vier bis fünf mögliche Spuren nebeneinander.
Martin stiefelt kurz rein und entscheidet sich für die eine freie Spur ganz links. Die ist gut ausgefahren. Da hat wohl ein größeres Fahrzeug eine ordentliche Spurrille gezogen.
Beim Einfahren haben wir folglich ganz nett Schräglage. Also vorsichtig rein.

Seil durch und drüben an den Baum, Winde an und durchgezogen ohne Kampf. Die Mompe fließt ordentlich rein, ein Frosch hüpft durchs Führerhaus, das angenehme Gefühl von Trockenheit, welches sich nach der Wasserdurchfahrt in der ersten Etappe allmählich wieder einstellte ist wieder dahin.
Beifahrer rein ins Auto und weiter.

Es geht noch etliche Kilometer über Pisten und Waldwege, zügig dahin ohne nennenswerte Vorkommnisse.



Zieleinlauf ca. 15Uhr. Da soll auch am Ziel Siegerehrung für die Breslau500 sein. Mit unserem Ausfall am Vortag haben wir eh keinen Blumentopf gewonnen, aber wenn wir eh schon mal da sind, können wir uns das auch mal ansehen. Bühne steht. Aber keiner da. Rumfragen ergibt, dass das um 17 Uhr stattfindet. Wir sind komplett durchnässt und es weht ein kräftiger Wind.

Zwei Stunden so rumstehen? Na, da sind wir hinterher auf jeden Fall krank. Wir sind ja jetzt noch nicht mal wirklich fit.
Ab ins Camp. Ich leg mich gleich mal zwei Stunden schlafen, nachdem die nassen Klamotten vom Leib sind. Hoffentlich habe ich mir nichts eingefangen.

Am Auto ist nichts wildes, der Motor braucht ganz gut Öl, sonst nur normale Wartung. Früh ins Bett und hoffentlich etwas Energie tanken.
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@Campagnola
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BeitragVerfasst am: 16.10.2018 05:36:28    Titel:
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Schreib weiter Hiasi ist schön wie du schreibst.

servus
Klaus
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