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Gebremster Hänger mit gr. Reifen? Geht? Geht nicht? Geht schon!


 
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hansi262
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...und hat diesen Thread vor 111 Tagen gestartet!


BeitragVerfasst am: 30.03.2018 11:02:41    Titel: Gebremster Hänger mit gr. Reifen? Geht? Geht nicht? Geht sch
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Hallo zusammen,

wie manche von Euch ja mitbekommen haben, habe ich mir einen Tuareg Anhänger letztes Jahr gekauft, bei dem es jetzt an die Renovierung geht.



Der erste vermeintlich einfach Schritt in der Liste meiner Tätigkeiten, war ihn höher zu legen, denn mein Pinzgauer ist einfach zu hoch, um den Hänger sinnvoll zu ziehen (ausser man will bei jeder Bodenwelle Funkenflug am Heck sehen...).

[img][/img]

Nachdem das Unterfangen schwieriger war als gedacht, und ich auch einige von Euch über PNs belästigt habe, hier mal meine Erfahrungen dazu (Achtung lang).

Erster Ansatz AHK runtersetzen (Bild Internet):



verworfen, da relativ hoher Kostenaufwand, und etwas kontraproduktiv, die Bodenfreiheit wieder entsprechend (dauerhaft) herunterzusetzen.



Zweiter Ansatz Zugkupplung erhöhen (Bild Internet):



siehe zb: http://www.alfred-johannes.de/02-09-02-3_zugkupplung.htm

Ich hatte die Teile, wegen eines anderen Umbaus noch rumliegen, also schnell mal montiert. Erhöhen die Auflaufeinrichtung um 70mm. Ist schon der richtige Weg, aber leider noch nicht genug, zumal der Anhänger selber dadurch nicht mehr Bodenfreiheit bekommt:-(



Somit dritter Ansatz: grössere Reifen eintragen. Ziel war die selbe Grösse wie am Pinzgauer: 235/85r16 anstatt der derzeit bescheidenen 185r14.

Felgen waren schnell gefunden. Die vom alten VW Sharan, haben genau den selben Lochkreis, selbe Radschrauben, genug Traglast und auch nen passende Einpresstiefe. Gibts um ein paar EUR bei Kleinanzeigen. Auch gebrauchte Reifen konnte ich schnell organisieren. Aufgezogen und probehalber montiert. Knapp aber es passt:






Ein bisschen recherchiert, wegen Alter der Achsgummis und entsprechenden Setzungen. Mit neuen Gummis (Kosten ca. 300-400EUR), sollten noch 2-3cm Bodenfreiheit dazukommen. Leider nur im Stammwerk bei Alko austauschbar und 4 Wochen Wartezeit, somit eher was für die Winterzeit...

Nächster Schritt, Eintragen in Papiere. Nach Rücksprache mit den Beamten wird eine Freigabe vom Hersteller benötigt. Nachdem Aeroplast ja schon länger nicht mehr existiert, nicht möglich, also Freigabe vom Bremsenhersteller AlKo über Bremsenzuordnungsprüfung. Kostet knapp unter 100EUR und sollte eine Formalität sein. Denkste, denn hier begann das Drama:-(

Erster Versuch: Naiv, wie ich bin, spontan bei AlKo angerufen. Leider nein. Rollumfang mit den bestehenden Bremsen unmöglich und auch mit den grössten verfügbaren nicht erlaubt:-(
Zweiter Versuch: Internetrecherche und festgestellt, dass es mehrere Anhängeranbieter gibt/gab, die solche Reifendimensionen mit AlKo verbauen, also entsprechende Hersteller und Privatbesitzer kontaktiert. teilweise kein Feedback (Hersteller), teilweise sehr nettes Feedback (Privatbesitzer, u.a. Forumsmitglieder), aber leider letzten Endes keine nutzbaren Informationen, ausser dass es bei AlKo jemanden gibt, der dies (früher) ohne Probleme freigegeben hat:-(
Dritter Versuch: Anruf bei AlKo mit namentliche Erwähnung des Herren. Fehlanzeige, dieser Herr arbeitet schon lange nicht mehr bei AlKo:-(
Vierter Versuch: Alternativen Bremsenhersteller. Habe bei Knott angerufen. Die sagten, kein Problem und schickten mir eine Bremsenzuordnungsprüfung für entsprechende Reifen zu (sogar gratis). Wunderbar dachte ich mir, dann bau ich halt die Bremsen auf Knott um. Denkste. Das scheitert an der Spezialachse, die Aeroplast verbaut hat. Scheint besonders verstärkt zu sein und hat spezielle Montagepunkte. Somit kann man nicht so einfach eine Knottachse gegen AlKo tauschen und Knott Bremsen auf AlKo Achse geht auch nicht. Abgesehen davon, dass all diese Optionen preislich nicht lukrativ sind, zumal der Anhänger untenrum wie neu dasteht. Also zurück zum Start:-(

Inzwischen hab ich schon etwas resigniert und mal kurzfristig Ansatz 4 skizziert: Militäranhänger ersteigern (z.b. Anhänger 87 CH oder M113A3 USA) und Wohnkabine umpflanzen. Sollte prinzipiell machbar sein, aber abgesehen vom beträchtlichen finanziellen Aufwand auch die Ungewissheit, ob eine österreichische Zulassung so einfach möglich wäre (insbesondere beim Amerikaner mit hydraulischer Auflaufbremse...)

Also doch wieder zurück zu Ansatz 3 und einen Profi engagiert, seines Zeichens Ziviltechniker, Spezialgebiet KFZ. Widerwillig, der Reiz an einem Hobby ist ja, dass man es selber macht, und nicht machen lässt. Anfangs hat er mir auch Mut gemacht und meinte, das sei in ein paar Tagen erledigt. Denkste auch er hatte so seine Probleme...
Genaugenommen brauchte auch er einige Monate, bis ich endlich die heiss erwünschte Bremsenzuordnungsprüfung in der Hand hielt. Die Ursache lag nicht bei Ihm sondern war, dass wohl AlKo eine neue Software bekommen hat, die es überhaupt nicht mehr erlaubt so grosse Reifen am Computer einzugeben. Wodurch diie Damen und Herren beim Servicedesk entsprechende Fragen unmittelbar blocken.
Erst nach mehrmaliger Eskalation zu Abteilungsleitern und manueller Berechnung durch AlKo und anschliessendem Gutachten durch Zivilingenieur war ich am Ziel meines Wunsches war er erfolgreich. Ich konnte den Anhänger bei der Landesregierung vorführen.



Diese sprangen dann noch etwas am Hänger auf und ab, damit sichergestellt ist, dass selbst vollbeladen nichts schleift und finally kann ich nun endlich nach 6 Monaten den Hänger mit meinem Pinzgauer ziehen:-)
Einziger Wehrmutstropfen, ich musste das HzGG von 1600kg auf 1000kg reduzieren. Da ich keine Motorräder transportiere, kann ich das aber verkraften:-)

Foto von Pinzgauer mit Hänger folgt noch. sobald er anspringt;-)

Nachdem das nun endlich erledigt ist, kann ich mit der eigentlichen Sanierung anfangen. Bericht dazu folgt. Was bisher passiert ist: Trockenlegung, Möbeldemontage, Dachfenstertausch (eigene Geschichte). Wird aber noch etwas dauern, da ich den Anhänger ja nutzen und nicht zerlegen will...

Fazit für alle, die das auch mal planen:
Umrüstung auf Knott, falls eh neue Bremsen fällig sind, oder gleich nen Profi engagieren. Alles andere ist eher vergeudete Liebesmüh...

Vielleicht hilfts ja dem einen oder anderen...

lg,
Michael



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BeitragVerfasst am: 30.03.2018 14:18:53    Titel: Re: Gebremster Hänger mit gr. Reifen? Geht? Geht nicht? Geht
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hansi262 hat folgendes geschrieben:

Einziger Wehrmutstropfen, ich musste das HzGG von 1600kg auf 1000kg reduzieren.

warum das? sind da 1000 kg bremsen drunter?
oder war das eher in richtung" ich tu dir was gutes, dafür musst du aber ein wenig bluten"?
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BeitragVerfasst am: 30.03.2018 16:58:37    Titel:
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Gratuliere, dass du es schlussendlich doch (mit Abstrichen) geschafft hast. Respekt

Ablastung verstehe ich auch nicht? Obskur

mfg
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Alle sagten: "Das geht nicht." Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht.
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hansi262
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...und hat diesen Thread vor 111 Tagen gestartet!


BeitragVerfasst am: 30.03.2018 17:43:21    Titel:
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HzGG ist abhängig von Rollumfang, Bremsengrösse und Auflaufeinrichtung.
Der Ingenieur hat mir das so erklärt, dass bei grossen Reifen die Auflaufbremse leichter anspricht. Somit kann es passieren, dass der Anhänger immer mitbremst, wenn er zu schwer ist, was natürlich nicht gewollt und gefährlich ist. Fachbegriffe hab ich vergessen...

Der Tuareg hat nur die kleinen Bremsen (2051) verbaut, trotz 1800kg Achse. Eigentlich sollten da die 3051 oder noch grösser drauf sein. Ich kann mir nur vorstellen, dass das aus Kostengründen damals passiert ist. Einziger Vorteil, den man dadurch hat, ist dass auch 10Zoll Felgen passen:-) Für mich kein Nachteil, da er nur so in die Garage und auf den Autoreisezug passt (vielleicht war das die damalige Überlegung?).

Bei Umbau auf grössere Bremsen wäre auch mehr kg drin gewesen... Nachdem die Bremsen wie neu dastehen, war mir das Geld zu schade.

lg
M
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BeitragVerfasst am: 30.03.2018 21:30:00    Titel:
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Danke für den Bericht. So etwas ähnliches habe ich mittelfristig auch vor. Vielleicht kann ich die Infos noch mal brauchen.
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Matthias
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BeitragVerfasst am: 30.03.2018 22:44:54    Titel:
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Klasse, dass du uns teilhaben lässt! YES

samse2101 hat folgendes geschrieben:

Ablastung verstehe ich auch nicht? Obskur



Die Bremse schafft ein bestimmtes Brems-Drehmoment im Falle einer Vollbremsung. Nehmen wir mal an, 1000Nm pro Rad. (Schätzwert).

Habe ich jetzt Reifen mit 50cm Durchmesser (=0,25m Radius) drauf, kann ich mit diesen 1000Nm Bremsdrehmoment eine Längskraft von 4kN pro Rad erzeugen (vorausgesetzt, der Reifen bringt das auf auf die Straße und rutscht/blockiert nicht).
4kN mal zwei Räder bei einem Hänger-zGG von 1600 kg ergeben eine Bremsverzögerung (neg. Beschleunigung) von 5m/s².

5m/s² ist genau der Wert, den die StVZO in §41, Abs 9 für Anhänger fordert.

Formel: a = F / m = (M_Brems * 2 / r_Rad) / m (für Anhänger mit zwei Rädern)

Stelle man um nach der Masse:

m = M_Brems * 2 / ( a * r_Rad)

Wenn ich jetzt für r_Rad statt 25cm z.b. den Wert 40cm (80cm Durchmesser) einsetze, komme ich auf eine zulässige Masse von:

m = 1000 Nm * 2 / ( 5m/s² * 0,4m) = 1000kg.


Wenn die Bremse vorher also schon hart an der Grenze ausgelegt war, geht halt die Belastbarkeit runter.
Gilt so ähnlich natürlich auch für alle Fahrzeuge, nicht nur für Hänger.
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