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4 große Indianer, ein Cowboy und eine Patrouille im Schnee
…in den serbischen Karpaten: „Balkan Snow Trails 2018“

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DuneHopper
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...und hat diesen Thread vor 103 Tagen gestartet!


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1. Jeep Grand Cherokee WG 2.7CRD 2004
2. ex-Nissan XTerra 4.0S 2008
3. ex-Jeep Wrangler YJ 4.0 1993
BeitragVerfasst am: 08.03.2018 18:43:56    Titel: 4 große Indianer, ein Cowboy und eine Patrouille im Schnee
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Servus zusammen,

Anfang Februar ist uns plötzlich und unverhofft ein einwöchiges Zeitfenster für eine Offroad-Tour in den Schoß gefallen…nunja, um der Wahrheit die Ehre zu geben, hat der Job unseren Zweiwochenplan für eine Tunesientour auf 1 Woche eingedampft, weswegen wir unseren Tunesienplan verschieben mussten. Wir haben das leider schon kommen sehen, weswegen wir nicht wirklich in ein seelisches Tief gestürzt sind und „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Aber jetzt ganz schnell hinsetzen und Hausaufgaben machen: Was können wir stattdessen kurzfristig aus dem Boden stampfen? 1 Woche ist nicht viel, deswegen haben wir alles gestrichen, was mehr als 1 Tag An-/Abreise fordert. Hmmm…das schränkt den Wirkungskreis auf ca. 1000km ein (ausgehend vom südlichen Bayern). Wie sind denn da die Witterungsverhältnisse für Anfang Februar? Überraschende Erkenntnis: überall ist es kalt. Tja, jetzt ist guter Rat teuer. Eine Campingtour im Spätwinter ist uns dann doch ein wenig zu frisch, somit scheint es schwierig, eine Tour „Marke Eigenbau“ aus den Rippen zu schnitzen. Wir schauen uns also mal bei den üblichen Verdächtigen der Tour-Anbieter an und werden passenderweise bei RustikaTravel fündig: Die „Balkan Snow Trails“-Tour in den serbischen Karpaten passt perfekt in unser Zeitfenster. Wir schießen ein paar Emails mit dem Veranstalter hin und her, der auch, wie sich schnell herausstellt, unser Tourguide ist. Alek (von Aleksandar) fährt auch noch den gleichen Wagen wie wir: einen Jeep Grand Cherokee WG 2.7CRD. Das macht ihn gleich doppelt sympathisch :-D Zu unserer Verzückung teilt uns Alek mit, dass sogar noch ein weiterer WG mitfährt, allerdings ein 4.7V8. Nunja, macht nichts, das kann in den besten Familien vorkommen :-D Aber 4 WGs auf einem Haufen und dann auch noch standesgemäß modifiziert, das hatten wir noch nicht gesehen, geschweige denn in artgerechter Haltung erlebt. Das klingt schonmal nach interessanten Vorzeichen.
Die Ansage ist also wie folgt: 5 Tage Schneewühlen (Montag bis Freitag), das vorherige und nachfolgende Wochenende ist für An- und Abreise der Teilnehmer gedacht. Anfangstreffpunkt ist Belgrad mit gemeinsamer Weiterfahrt zum ersten Hotel. Es ist eine Hoteltour; Alek bucht in Hotels/Pensionen gemäß der Route, die er ausgearbeitet hat.
„Schneewühlen“ klingt super. Natürlich bin ich schon auf Schnee gefahren, aber höchstens mit meinem Straßenfahrzeug morgens, bevor das Räumkommando aufgewacht ist, aber nie offroad. Wie sehen die Witterungsverhältnisse im Zielgebiet aus? Alek’s Antwort: 50cm Neuschnee und -17 Grad…ok, verstanden…Moment mal…-17 Grad steht in der Email…MINUS SIEBZEHN GRAD??? Junger Vater, was tun wir uns da an? So war das ja nicht gedacht :-D Tja, was zieht man als Nicht-Winter-Fan und Nicht-Wintersportler so an? Ich frage mal in die Runde mit der Erwartung, dass ich NATÜRLICH den Ganzkörperastronautenthermoanzug kaufen muss und ernte mitleidig lächelnde Blicke: „Mach Dir keinen Kopp und stell Dich nicht so an, sooo kalt ist das nun auch wieder nicht. Ihr sitzt doch eh die meiste Zeit im Auto. Dafür reicht ne Jeans, ein paar lange Unterhosen und wenn Du durch den Schnee stapfst, nimmst Du ein paar Wintergamaschen, damit die Hosenbeine trocken und warm bleiben und so sparst Du Dir teure Winterstiefel, wenn Du ein paar mittelprächtige Wanderstiefel hast.“ Super, vielen Dank! Das klingt doch mal nach einem sinnvollen Plan. Dazu besorge ich mir noch ein paar ordentliche Snowboard-Handschuhe, da bei diesen die Handfläche gummiert ist und sich somit Schaufel und Bergegurt ordentlich anpacken lassen sollten. Die Ausgaben für die neue Winterausrüstung, die ich wahrscheinlich nie wieder brauche, halten sich also in Grenzen. Die Campingausrüstung lassen wir somit getrost zu Hause, nur etwas Picknick-Geschirr wird eingesteckt für’s Mittagessen, denn abgesehen davon gibt’s Frühstück und Abendessen in den Hotels.

Die Lorbeeren für die nachfolgenden künstlerischen Foto-Meisterwerke kann ich mir übrigens nicht alleine anheften, sondern die Bilder sind die gesammelten Werke von Bernd, Henrik und mir.

Tag -2 / -1/ 0
Vor dem Offroading haben die Götter die Anreise gesetzt. 1.200km sind ja mal eine ordentliche Hausnummer. Kurzerhand beschließen wir („wir“ sind übrigens Bernd, aka „Pertilein“, und ich, beide jeweils in einem Jeep Grand Cherokee WG 2.7CRD), die Anreise in 2 Teile zu teilen und einen Zwischenstopp in Ljubljana/Slowenien zu machen. Wir greifen uns also unsere Mädels und fahren am Freitag nach Feierabend los. Die 400km bewältigen wir problemlos und unspektakulär in 4,5h, nur kurz vor Ljubljana müssen wir etwas abbremsen aufgrund starken Schneefalls.
Ich kürze das hier mal etwas ab, denn schließlich soll es sich ja in diesem Bericht um eine Offroad-Tour drehen. Ljubljana ist eine sehr schöne, kleine Stadt (300.000 Einwohner) und wir haben direkt beschlossen, im Sommer nochmal wiederzukommen, wenn es etwas wärmer und grüner ist. Wir buchen einen geführten Stadtrundgang, besichtigen die hiesige Brauerei „Union“ (natürlich ohne jegliche Hintergedanken 😉), genießen das lokale Essen in vollen Zügen und schauen uns die Stadt von der Burg aus an.






Kann man hier das aiFon IGKS kaufen? :-D




Am Sonntagnachmittag fahren unsere Premierministerinnen wieder nach Hause und wir machen uns auf die Socken nach Belgrad. Allerdings verpassen wir (geplant) die Treffzeit mit den anderen, denn die war bereits Sonntagmittag. Alek weiß Bescheid, dass wir dann auf eigene Faust ins erste Hotel kommen, was allerdings nochmal 130km südöstlich von Belgrad liegt. Wir haben also noch 800km vor uns und mehrere Grenzen. Als wir an Belgrad vorbeiziehen, rechnen wir im Kopf kurz die Mautgebühren zusammen: Für Österreich (Vignette), Slowenien (Vignette), Tunnels (Mautstation) und bestimmte Autobahnabschnitte (Mautstation) werden innerhalb 1 Woche von München nach Belgrad und zurück knapp 100€ pro Fahrzeug fällig. Ganz schön happig. Und worüber diskutieren wir in Deutschland doch gleich? Egal, dies soll nicht der Gegenstand dieses Berichts werden, also schwamm drüber. Nach 8h Fahrt kommen wir dann endlich an; es war ein langer Tag. Ein Glück hat uns das Union-Produkt in Ljubljana sehr gut geschmeckt und wir hatten in weiser Voraussicht ein paar Dosen eingesteckt, denn die Bar im Hotel (sofern man sie als solche bezeichnen möchte) hatte schon lange zu. Ehrlich gesagt, ich hatte nie gesehen, dass sie jemals offen hatte, aber sei’s drum :-D So oder so war unsere Belohnung für eine hart durchgezogene Fahrt somit gesichert. Alek hatte uns per Messenger informiert, dass wir uns um 7.30 Uhr zum Frühstück treffen. Mit der Konsumierung der Fahrt-Belohnung kommt eine üble Bettschwere und wir sinken in die Kissen.

Tag 1
Die Sonne geht auf, ich riskiere einen Blick nach draußen. Es war spät gestern, als wir angekommen sind, von der Umgebung haben wir nicht viel mitbekommen, weil wir die meiste Zeit im Dunkeln gefahren sind. Umso angenehmer ist die Begrüßung durch die Sonne.


Egal, wie dunkel es gestern Abend bei unserer Ankunft war, unsere Gruppe haben wir trotzdem identifizieren können und uns eingereiht :-D


Pünktlich wie die Maurer finden wir uns um 7.30 Uhr zum Frühstück ein. Die anderen sitzen schon da. Obwohl wir uns noch nicht begegnet sind, erkennen wir uns eindeutig, eine Verwechslung mit den anderen Gästen ist ausgeschlossen 😉 Wir stellen uns vor. „Guten Morgen, Harald, mit’m Wrangler“. „Henrick, im Patrol“. „Ich bin Janosh, das ist Roman, wir fahren den schwarzen WG V8“. Ist das nicht herrlich, wenn Wahnsinnige unter sich sind? :-D Alter, Aussehen, Herkunft, Beruf, alles egal; das AUTO ist die Identifikation :-D Nach einem reichhaltigen Frühstück finden wir uns auf dem Parkplatz ein und machen uns abfahrbereit. Alle Jeeps fahren auf MTs, der Patrol auf ATs. Alle Fahrzeuge sind geliftet und verfügen über Unterfahrschutz und gaaaanz wichtig, wie sich sehr bald herausstellen sollte: über Seilwinden 😉


Da Bernd und ich selber WG fahren (mit Stahlstoßstange am Heck und schwenkbarem Reserveradträger), springt uns die Eigenkonstruktion von Janosh direkt ins Auge. Sieht sehr interessant und gelungen aus, der TÜV stuft dies als Lastenträger wie ein Fahrradträger ein und somit isses gut. Allerdings halten die Federn die Kofferraumklappe nicht mehr oben, denn Janosh fährt 32“-MTs und somit sind da knapp 35kg fällig:






Wir düsen los und legen noch wenige km auf der Straße zurück.




Wir verlassen hinter dem nächsten Dorf die Straße und machen ein paar leichte Offroad-Aufwärmübungen:


Nach einer halben Stunde legen wir einen kurzen Stopp ein, um den Luftdruck von Straßen- auf Schlammtauglichkeit zu reduzieren. Wir entscheiden uns auf Empfehlung von Alek für 1,5 bar.


Die Stunde der ersten Wahrheit sollte direkt schlagen. Alek hatte uns vorgewarnt, dass es entgegen der „-17 Grad“-Email ausgerechnet in den letzten Tagen vor dem Start unserer Tour relativ warm gewesen sei, weswegen der Schnee in den tieferen Lagen geschmolzen sei. Puuuh, ich bin erleichtert, das Thermometer zeigt plus 4 Grad an ;-) :-D Die Folge ist allerdings: geschmolzener Schnee verwandelt die Waldwege in Schlammschlachten. Mal schauen, wie lange wir durchhalten:




Und schon kurze Zeit später steht der Erste. Zum Glück ist es Alek ;-) so dass wir anderen eingehend die Situation analysieren können. Diagnose: Nix geht mehr und die Winde muss es richten:




Alek hat sich befreit und hinterlässt das „Schlachtfeld“. Na toll, und das ist erst der erste Wagen. Wie wird das hier aussehen, nachdem der Vorletzte durch ist? (Ich fahre als Letzter.)


Alek hat seine Seilwinde hinter der Stoßstange „versteckt“, was ich als ziemlich schicke Lösung empfinde. Der Schalter zur Winde befindet sich im Motorraum.


Und weiter geht’s (für Alek):




Als nächster ist Harald dran und er macht seinem Wrangler (was aus dem Englischen ins Englische auch als „Cowboy“ übersetzt wird) alle Ehre…


…und pflügt gnadenlos durch, ohne mit der Wimper zu zucken. Geringes Fahrzeuggewicht und große MTs sei Dank! Passenderweise fährt der Wrangler auf Wranglers :-D (also von Goodyear). War die Namensvetterschaft etwa das Kaufkriterium? Ich frage lieber nicht nach…


Nun ist der Patrol dran. Im Gegensatz zum leichten Wranlger auf MTs fordern 3t Fahrzeuggewicht auf ATs ihren Tribut und die Winde muss ran.




Gleiches Spiel zeigt sich auch bei Janosh, der die Winde auspackt:


So langsam wird mir mulmig. Jedes Auto, das hier durchpflügt, gräbt die Spurrillen noch tiefer in den Acker. Wenn alle anderen steckenbleiben, wird wohl auch mir dieses Schicksal nicht erspart bleiben.


Bernd versucht (wie auch die anderen), den Spurrillen zu entfliehen. Es klappt zumindest halb, wie man sieht, aber es bringt ihm nix.




Ich konnte mir nun mehrere Male anschauen, welche Fahrweise funktioniert…oder auch nicht. Die meisten haben gegen die Spurrillen gekämpft, um das Fahrzeug anzuheben und nicht mit dem Bauch aufzusitzen. Geklappt hat das nicht, aber die Energie für den Vortrieb ist beim Kampf verpufft, sich neben die Spurrillen zu heben und die Fahrt kam zu einem abrupten Stopp. Ich entscheide mich für folgende Strategie: beherzter, aber nicht übermäßiger Gasfuß und das Lenkrad auf alle Fälle schnurgerade halten, um in den Spurrillen zu bleiben ohne Widerstand und somit mit dem optimalen Schwung in die schwierigen Passagen zu gehen, um auf dem Bauch „drüberzurutschen“ über den Schlamm, aber nix kaputt zu machen. Und siehe da: ES KLAPPT! :-D Es klappt so gut, dass niemand so schnell eine Kamera in der Hand hat und es keine Beweisfotos gibt :-(

Diese erste Hürde hat uns knapp 1,5h gekostet für alle Autos…und es sollte nicht die letzte Hürde sein. Zum Glück sind es nicht -17 Grad ;-)


Der erste halbe Tag ist noch nicht rum und schon sehen die Autos ordentlich dekoriert aus. So gefällt mir das :-D




Das ist mein Außenspiegel :-D


Es geht im (Halb-)Schnee bergauf:


Es reicht nicht und wieder ist die Winde dran:


Bernd versucht wieder seine „neben der Spurrille“-Taktik…


…und dieses Mal klappt’s.


Auch ich schaffe es, ohne steckenzubleiben.


Es ist Zeit für die Mittagspause, die wir uns redlich verdient haben. Ich hatte zwischen den Jahren meinen Innenausbau etwas modifiziert: Schubladensystem statt „lose-Kisten-Sammlung“ mit unter der Schublade installiertem „Brotzeittischchen“, das sich heute zum ersten Mal beweisen kann :-D












Die Temperatur sinkt, bleibt aber bei 0 Grad stehen. Bei halb-blauem Himmel, Sonne und Windstille ist das tatsächlich nicht schlimm. Die Tiefschnee-Erfahrung hält sich bisher in Grenzen und wir fangen fast an zu jubeln, als wir beinahe ernsthaft durch Schnee fahren. Aber Vorsicht: große Klappe und nix dahinter, denn die Umgebungsbedingungen sollten sich noch ein klein wenig ändern ;-)


Gipfelsturm für einen Fotostopp:


Die Aussicht ist jetzt schon atemberaubend; wie schön muss das hier im Sommer sein?






Quizfrage: Aus welcher Richtung weht der Wind? ;-)




Die Sonne wandert Richtung Horizont; es ist Zeit, ins Hotel zurückzukehren (was das gleiche Hotel wie letzte Nacht ist). Wir wollen natürlich die Straße vermeiden und wählen die kürzeste Offroad-Strecke und müssten ein Bächlein überqueren. Dort angekommen, entpuppt sich allerdings das harmlose Rinnsal als mittelprächtig reißender Fluss aufgrund der warmen Temperaturen und Schneeschmelze. Die Gruppe ist sich unschlüssig. Die Hälfte hat Schnorchel und meint „das passt schon“, die andere Hälfte hat keine Schnorchel und will nicht rüberfahren.


Janosh und Henrick testen versuchsweise die Wassertiefe. Gemeinschaftliche Entscheidung: Wir riskieren es nicht und fahren auf der Straße zurück ins Hotel.


Wir sind heute in einer Schleife (d.h. Start- und Endpunkt ist das gleiche Hotel) 110km in knapp 8 Stunden gefahren. Zurück im Hotel, genehmigen wir uns im Restaurant einen ordentlichen Grillteller. Bei örtlichen Hopfenkaltschalen und vergorenem Traubensaft können wir uns endlich kennenlernen und unterhalten :-D, lassen den Tag Revue passieren und freuen uns auf morgen.



...und ich habe heute weder die lange Unterhose noch die Gamaschen gebraucht ;-) Gute Nacht!

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The Movie: Desertdriving in Qatar

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ilten
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Mit dabei seit Mitte 2011
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BeitragVerfasst am: 08.03.2018 21:35:49    Titel:
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Sehr schöner Bericht. Weitermachen : )
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Patrick H.
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1. VW Amarok 2.0 TDI
BeitragVerfasst am: 08.03.2018 21:41:27    Titel:
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Sehr geil. Da bekommt man gleich Lust Sachen zu packen. YES

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DuneHopper
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...und hat diesen Thread vor 103 Tagen gestartet!


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1. Jeep Grand Cherokee WG 2.7CRD 2004
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BeitragVerfasst am: 09.03.2018 17:04:01    Titel:
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Servus ilten und Patrick,

vielen Dank; das freut mich, dass ihr mitlest :-)


Tag 2

Zu wenig Schnee? Nicht kalt genug? Hätte ich bloß meine große Klappe gehalten. Alek oder der Wettergott oder wahrscheinlich beide haben mich nämlich gehört und sich für heute einen Leckerbissen ausgedacht ;-)

Wir plündern wieder gemeinschaftlich um 7.30 Uhr das Frühstücksbüffet und besprechen den Tag: Flussfahrten und schneebedeckter Gipfelsturm. Wir machen uns für 9.00 Uhr startklar. Heute werden wir allerdings keine Schleife fahren, also checken wir aus dem Hotel aus und werden die kommende Nacht in einer Pension übernachten.

Nach nur wenigen km verlassen wir die Straße.




Der heftige Schneefall der letzten Zeit hat vielen alten und schwachen Bäumen zuviel abverlangt und sie konnten den Schnee nicht tragen. Offensichtlich sind wir die ersten, die seit den Schneefällen hier langfahren. Wir aktivieren unser Räumkommando und schnitzen den Weg frei.


Der Baum ist zerlegt, es kann weitergehen.










Es wird interessant: Der Weg hat sich durch den geschmolzenen Schnee in einen Bach verwandelt.






Und wieder heißt es: Baum beseitigen




Es kann weitergehen.














Uuuh, das sieht tief aus.






Eigentlich brauchen wir die Motorsäge gar nicht mehr aus der Hand zu legen.










Alek kennt einen optimalen Rastplatz für eine Mittagspause auf der Spitze von diesem Hügel:


Wir parken die Autos zwischen den Bäumen…




…und genießen die Aussicht :-)




Hmmm…mein Gefühl verrät mir, dass Bernd nicht aus Hessen stammt…


Frisch gestärkt, machen wir uns auf den Weg, einen Berggipfel zu erobern. Dabei gibt es eine klitzekleine Herausforderung zu bewältigen: Schnee.




„Fährt auf Straße“?!? Henrick, schmeiß weg das Teil :-D




Ich fahre als Vorletzter, Harald in seinem Wrangler ist hinter mir. Nach diesem kurzen Fotostop hocke ich mich ins Auto und sehe beim Losfahren in meinem Rückspiegel, wie Harald zielstrebig Richtung Baum marschiert. Aha, die Natur verlangt wohl nach ihrem Recht. Kein Grund, die ganze Kolonne anzuhalten, schließlich kennen wir mittlerweile Harald’s Fahrstil und ich bin mir sicher, dass er nach kürzester Zeit zu uns aufschließen wird. Ohne einen Gedanken zu verschwenden, fahren wir im normalen Tempo weiter.


Nach ein paar weiteren Minuten kommen wir zu einer Spitzkehre, die den ernsthaften Beginn des geplanten Gipfelsturms darstellt. In Verzückung der Schneelandschaft bin ich etwas zurückgefallen und hatte nur noch das letzte Auto vor mir im Blick. Ich spute mich etwas, um aufzuschließen, und sehe, als ich um die Spitzkehre fahre, dass alle vor mir auf mich gewartet haben. Och, denke ich mir, das ist nett, hätte aber nicht sein müssen…und zack, sitz ich im Schnee fest. Keine Anzeichen, keine Vorwarnung, nix; es ist, als ob eine unsichtbare Hand schlagartig meine Handbremse angerissen hätte. Na prima, das hab ich ja toll hingekriegt…bis ich merke, dass exakt niemand auf mich gewartet hat, denn die anderen haben sich alle ebenso schön der Reihen nach festgesetzt bis auf Janosh :-D Das muss man erstmal schaffen: Wir haben 5 von 6 Autos gleichzeitig versenkt :-D Ich steige aus und drehe mich um: kein Harald in Sicht. Hmmm, so langsam sollte er aber auftauchen, wir stehen schließlich. Ich gehe zum Patrol, der vor mir steht. „Wo ist Harald?“ „Keine Ahnung, der ist vorhin zum Austreten ausgetreten. Funk ihn mal bitte an.“ Keine Antwort. Der Nächste kommt mir von oben entgegen. „Wo ist Harald?“ „ICH WEISS ES NICHT.“ „Er müsste doch schon längst hier sein. Dann laufen wir jetzt los und gehen ihn suchen.“ Nix da, hier geht niemand zu Fuß auf Search&Rescue-Mission. Erstens ist das nicht ganz ohne Risiko für die Fußgänger, zweitens würde das Ewigkeiten dauern und drittens ist der Grund, warum Harald nicht hier ist, wahrscheinlich weil er steckengeblieben ist und was will man da als Fußgänger groß ausrichten? Insofern ist natürlich der Plan, zunächst die unteren 2 Autos als erste auszugraben (also Henrick und mich) und die beiden fahren dann zurück, um Harald einzusammeln. Währenddessen graben Janosh, Roman und Alek den ersten Jeep aus.




Wir mühen uns bei der Bergung ziemlich ab. Graben, schaufeln, drücken, ziehen, Seilwinde, hurra, der Wagen ist frei, 3m weiter steckt er wieder fest und das Spiel beginnt von vorne. Es wird schnell klar, dass wir den Gipfelsturm vergessen können. Das kratzt zwar am Ego, aber der Berg hat uns eindeutig bezwungen. Wir wollen also die Autos rückwärts runterfahren und in der Spitzkehre umdrehen. Kleines Problem: Die Krater, die die unteren Autos hinterlassen, entpuppen sich als große Herausforderung für die oberen Autos, die nach unten nachrücken (wollen).






Ich habe nicht mehr mitgezählt. Jedes Auto musste mehrmals geborgen werden, insofern schätze ich, dass es 20x hieß: nix geht mehr. Die Aktion kostet uns 2h und jede Menge Kraft. Aber Hurra: Nach 1h biegt Harald plötzlich um die Ecke. Er ist leider auch steckengeblieben und Winde sei Dank konnte er sich alleine befreien.
Mittlerweile sind alle Autos in der Spitzkehre, aber die Zeit läuft uns so langsam davon. Da wir nicht über den Berg drüberkommen, müssen wir drumherum fahren und dann müssen wir noch raus aus den Wäldern und dann unsere Pension erreichen. Das wird wohl nicht mehr im Hellen funktionieren, aber zum Glück kennt Alek sich hier ganz genau aus.




Es ist dunkel, wir kriegen von der Umgebung nichts mehr mit und erreichen irgendwann ein Dorf, das gefühlt irgendwo im nirgendwo liegt. Aber wir sind noch rechtzeitig zum Abendessen in unserer Pension eingetroffen. Der Hoteldirektor, der gleichzeitig Inhaber der Pension, Landwirt (die Pension ist Teil eines Hofs) und Bürgermeister des Dorfs ist, hilft beim Aufwärmen :-D


Alek hat heute Geburtstag: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!


Um das Hotel-Fazit vorweg zu nehmen: Diese kleine Bauernhof-Pension war der Knaller. Schöne, rustikale Zimmer, überaus freundliche Leute, unglaublich leckeres Essen, bei dem man eindeutig schmecken konnte, dass es nicht aus einer industriell zusammengepanschten Großküche kam. „Fühlt euch wie zu Hause“ beschreibt‘s am besten.

Heute waren es knapp 90km in 8,5h. Das Essen ist so lecker, dass wir nicht mehr runterkriegen, als mit aller Gewalt reingeht. Die Bäuche platzen. Es gab auch einen Sliwowitz dazu. Un dann gab’s zuei Sliwo un dann rei Schliuo…guhe Nach!

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Grannyguste
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1. Jeep Grand Cherokee Overland, WG'05, 2.7 CRD
BeitragVerfasst am: 09.03.2018 18:03:04    Titel:
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Einfach GENIAL!!!

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digger50
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BeitragVerfasst am: 09.03.2018 18:03:59    Titel:
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männer, gratuliere zu so einen tollen offroad-abenteuer!
lg. manfred
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Cookie II.
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1. Toyota FJ Cruiser
BeitragVerfasst am: 09.03.2018 18:14:30    Titel:
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Super spannend.

Das steigert die Vorfreude auf nächsten Monat. Da geht's für mich los.
...
und auch vielen Dank fürs "freischneiden"... :-)
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Rzwodzwo79
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1. Jeep WJ 4,7V8
BeitragVerfasst am: 10.03.2018 13:12:04    Titel:
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Mal wieder ein super Bericht mit sehr schönen Fotos!

Mehrrrrrrr davon bitte!!!!
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Andyrx
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1. Opel Frontera 2,2 i lang
2. Honda HR-V 4wd
3. Renault RX4 Allrad
4. Citroen C4 Coupe
5. Mazda RX-7 Cabrio
6. Renault Laguna III 2,0
BeitragVerfasst am: 10.03.2018 20:50:01    Titel:
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toller Bericht und superschöne Bilder..!!

und ja,aufgeweichter/angetauter Schnee ist was ganz anderes als loser Pulverschnee....da ist festsitzen keine Schande und das geht schneller als man denkt.


Grüße Andy

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geht nicht gibts nicht
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DuneHopper
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1. Jeep Grand Cherokee WG 2.7CRD 2004
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3. ex-Jeep Wrangler YJ 4.0 1993
BeitragVerfasst am: 11.03.2018 16:57:26    Titel:
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Servus Grannyguste, Manfred, Cookie II., Rzwodzwo79 und Andy,

vielen Dank; das freut mich, dass ihr mitreist :-)
@Cookie: Du fährst aber nicht dieselbe Tour, oder?




Tag 2

Zu wenig Schnee, zu viel Schnee, woher kommt all der Schlamm auf einer Schnee-Tour…die Erfahrung lehrt mich, lieber mucksmäuschenstill zu sein und am besten unterm Radar zu bleiben. Tja, zu spät, die Laune des Wettergotts, uns aufregende und abwechslungsreiche Witterungsbedingungen zu bescheren, hält weiter an und heute schmeißt er einfach mal alles zusammen ;-)

Ich schäl mich heute morgen ein paar Minütchen früher aus der Kiste, denn ich will mir anschauen, wo wir denn überhaupt gelandet sind. Nein, das hat NATÜRLICH nix damit zu tun, dass wir gestern verdorbenen Pflaumensaft getrunken haben ;-) sondern damit, dass wir im Dunkeln angekommen sind und von unserer Umgebung nix mitgekriegt haben. Ich gehe somit vor dem Frühstück eine Runde spazieren und mache ein paar Bilder von unserer Unterkunft.


Das Gästehaus und der „Speisesaal“ (die Spitzdach-Hütte) mit Ofen:


Wir sind die einzigen Gäste und belegen den gesamten Parkplatz. Kunststück, so viele Zimmer hat die Pension auch wieder nicht und mit unserer Gruppe ist der Laden ausgebucht.




Wir stellen fest, dass Harald’s Auto dreckig ist. „Da kann man ja nicht mal mehr die Farbe erkennen.“ „Doch, doch, die Farbe kann man eindeutig feststellen. Man muss halt in den Fahrzeugpapieren nachlesen.“ :-D


Um die Ecke auf dem Hügel steht ein alter Landy:


Sehr cool :-D


Das Frühstück steht dem Abendessen in nix nach. Und nein, die Flasche am oberen Ende der Tafel haben wir nicht schon zum Frühstück gesoffen. Die ist von gestern Abend übriggeblieben…eine davon :-D


Wir bleiben nur eine Nacht in dieser Pension. Schade, es war ein toller Aufenthalt. Direkt hinter dem Dorf sind wir natürlich offroad und es kann weitergehen.




Wir wollen uns zwischen den Äckern durchmogeln und über einen kleinen Berg fahren. Aber alter Schwede ääähhh alter Serbe, ist das hier schlüpfrig. Der Dreck verschmiert das Reifenprofil innerhalb eines Wimpernschlags. Bernd gibt Gas (merkt euch mal die Baumstämme links neben seinem Auto)…


…das Heck stellt sich sofort quer…


…und aus den Funkgeräten quäkt es durchgehend „DURCHZIEHEN, DURCHZIEHEN, GAS, GAS, MEHR GAS“. Die MTs tun ihren Dienst: Die Reifen kreisen auf hohen Drehzahlen, der Selbstreinigungseffekt stellt sich ein und die Dreckbrocken fliegen in hohem Bogen durch die Gegend. Somit hat es zumindest ausreichend Grip, um den Wagen mit Müh und Not die Anhöhe hinaufzuwuchten.


Somit bekommen wir die ersten vier Autos die Anhöhe hoch, die durchziehen (müssen) und außer Blickweite im Wald verschwinden. Jetzt ist Henrick dran.
Ich halte große Stücke auf den Patrol, das ist ein tolles Auto. Aber das Gewicht geht gar nicht: 3t! DREI TONNEN! Und dann steht der Wagen auch noch auf ATs. Auf dem schmierigen Boden klappt überhaupt nix, das Auto macht einfach, was es will und das entspricht mal so gar nicht dem Willen des Fahrers. Vorwärts Gas geben heißt rückwärts runterrutschen, nach rechts lenken heißt hinten nach links wegzurutschen und so weiter. Das Bild, das sich uns bietet, sieht aus wie ein Elefant auf Schlittschuhen. Nach einer gefühlten Ewigkeit von 20 Sekunden hängt der Patrol endlich fest: Er ist rückwärts in die Baumstämme gerutscht und Henrick konnte einfach mal gar nix dagegen machen. Na prima, somit können wir den Wagen nicht bergab und rückwärts bergen, sondern müssen ihn bergauf vorwärts rausziehen. Aber wie auf freiem Feld? Der nächste Baum steht eine Ewigkeit weit weg.


Aber erstmal ein Problem nach dem anderen. Zunächst müssen wir Henrick rauskriegen. Aber auch dann sehen wir keine Chance, den Patrol den Hang hochzukriegen. So ein Mist, das Frühstück ist noch nicht mal verbrannt und schon müssen wir die nächste Niederlage im Kampf gegen einen Berg hinnehmen :-D und hier hat’s nichtmal Schnee ;-) Zunächst funken wir die anderen an: Rückkehrkommando. Und dann überlegen wir uns eine Strategie, wie wir den Patrol rausziehen.


Mit jedem Schritt hebe ich gefühlte 3kg Erdreich an. Wie kann Lehm nur so klebrig sein?


Ist klar, dass da nix mehr geht.


Harald hatte sich beim Abstieg direkt in Position gebracht, um als Ankerpunkt zu dienen…


…aber wir knüpfen Bergegurte zusammen und verlängern das Windenseil und somit reicht’s aus.


Tja, Henrick, da hättest Du wohl besser Dein Seitenfenster VOLLSTÄNDIG schließen sollen :-D


Ich komme als Letzter im Konvoi somit leider nicht in den „Genuss“, mich am Hangaufstieg zu versuchen und dreh mein Auto um, damit wir ins Tal absteigen können.


Wir müssen nun ein Stück auf der Straße zurücklegen, um den Berg zu umfahren.


Wir halten kurz beim „Lisine“ Wasserfall, was im Sommer ein gut besuchtes Ausflugsziel ist.


Henrick, was machst Du denn da? Lohnt sich das wirklich? :-D






Wir gewinnen wieder etwas an Höhe, das Thermometer sinkt auf den Gefrierpunkt.




Kurzer Fotostopp


Zum Glück liegt dieser Baum uns nicht im Weg; da würden wohl etwas länger brauchen, um den zu zerstückeln.


Es geht weiter bergauf. Das Ziel für die Mittagspause ist der Besuch eines Klosters auf diesem Berggipfel.


Normalerweise ist das Kloster von ungefähr November bis April eingeschneit und unerreichbar (zumindest mit Autos). Da es momentan so warm ist, schaffen wir es ohne größere Probleme. Die Nonnen, die sich wie üblich auf 5-6 Monate Isolation eingerichtet haben, freuen sich über unseren Besuch.


Da scheint es wärmer zu sein als auf dem Boden ;-)


Zum Glück ist das nicht der Ansaugtrakt :-D


Die Nonnen bekochen uns sogar, es gibt weiße Bohnensuppe. Als Dank für die Gastfreundschaft lassen wir natürlich eine Spende da.


Frisch gestärkt können wir uns nun in die Herausforderungen des Nachmittags stürzen.






Das sieht mittlerweile ein wenig gespenstisch aus.


Mal wieder versperrt uns ein Baumstamm den Weg…


…von da kommen wir her…


…und da wollen wir hin. Der Weg ist nicht „gespurt“; wir sind wohl die ersten hier nach den letzten Schneefällen.


Der Schnee erweist sich in dieser Höhe leider als recht hinterhältig. Die Oberfläche ist angetaut und wieder festgefroren, darunter ist der Schnee schwer und nass. „Einfach so durchpflügen“ klappt leider nicht. Alek meint, wir sollen ihm nicht hinterherfahren, er wolle den Weg erstmal testen. Taktik: Mit sehr viel gutem Willen und einem beherzten Gasfuß nach vorne dreschen und damit eine Spur ziehen. Dabei ist die Kunst, den Moment des Steckenbleibens VORHER zu erkennen, so dass man zurücksetzen und mit neuem Schwung die Spur weitertreiben kann.


Aber es klappt eher schlecht als recht. Wir müssten noch viel weiter rauf, mit noch mehr Schnee und noch tieferen Temperaturen. Das werden wir nicht schaffen. Also: Wir geben uns geschlagen…schon wieder :-( Janosh fährt in der Spur Alek hinterher, um ihn rauszuziehen.




Wir suchen uns die breiteste Stelle und spielen „Wenden in 20 Zügen“. Dabei bleibt es natürlich nicht aus, dass wir der Reihe nach alle steckenbleiben, je mehr der Boden zerwühlt ist.


Zum Glück hat’s ausreichend Bäume in Bestpositionen um uns herum, so dass wir unsere Muskelkraft ein wenig sparen können.


Ich fahre als Letzter im Konvoi und muss ebenfalls den Wendeplatz erreichen. Harald versucht, mir den Weg freizumachen, damit ich die vorhandene Spur nutzen kann und nicht riskieren muss, steckenzubleiben, wenn ich rechts versetzt fahren würde.




Wir haben es geschafft, alle Autos umzudrehen. Mal wieder sind 1,5h dafür draufgegangen, es wird dunkel. Wir steigen problemlos ab und Alek führt uns zu einer Straße.


Der Umweg um den Berg herum, den wir eigentlich überqueren wollten, ist halbwegs lang und wir sind mit jeder Menge Haarnadelkurven noch ein gutes Stück unterwegs. Es wird Zeit zu tanken. 6 schluckfreudige Fahrzeuge fahren an der einzigen Tanke weit und breit vor, für den Tankwart war das vielleicht der Monatsumsatz ;-) :-D Ich rechne die getankte Menge gegen die off- und onroad gefahrenen Kilometer: 19,2l/100km. Da kann man nicht meckern.


Wir schaffen es grad noch rechtzeitig zum Abendessen in unser nächstes Hotel, aber wieder ist es stockdunkel und wir kriegen von der Umgebung nix mit. Wir sind inzwischen ein fest eingeschworenes Team, bleiben noch lange nach dem Essen sitzen, geben Offroad-Kalauer zum Besten und plündern den Rebensaft-Vorrat des Wirts. Gute Nacht!

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Rzwodzwo79
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1. Jeep WJ 4,7V8
BeitragVerfasst am: 11.03.2018 19:39:59    Titel:
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Im Leben kommt es nicht drauf an wieviel man einstecken kann, sondern wie oft man Aufsteht!

Kleines Film Zitat was glaube ich ganz gut passt.

Freue mich schon auf den nächsten Tag Ja
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Cookie II.
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1. Toyota FJ Cruiser
BeitragVerfasst am: 12.03.2018 11:25:10    Titel:
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DuneHopper hat folgendes geschrieben:
Servus Grannyguste, Manfred, Cookie II., Rzwodzwo79 und Andy,

vielen Dank; das freut mich, dass ihr mitreist :-)
@Cookie: Du fährst aber nicht dieselbe Tour, oder?


Das weiß ich nicht. Es ist der selbe Veranstalter und die gleiche Gegend. Unsicher Ob wir die selben Strecken fahren, wird sich zeigen....
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Tara
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1. Lada Niva
2. Jeep Patriot
BeitragVerfasst am: 13.03.2018 14:43:26    Titel:
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Sehr sehr schoener Bericht,bitte mehr davon.
Einen kleinen Tip hab ich noch,bei Fahrten auf Asphalt bitte immer den Gurt benutzen.
Gib ein neues Gesetz,bei Nichtbeachtung sind 80 euro faellig.Das wird der Alek euch aber auch mitteilen.
Gruss Rolf

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Alles halb so wild
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MarioKS
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1. Pajero V80
BeitragVerfasst am: 14.03.2018 15:28:47    Titel:
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Super Bericht ...hab gerade an der Arbeit ein wenig Zeit gefunden den Bericht zu lesen und muss sagen ich bin BEGEISTERT !!!! Vielen Dank dafür Respekt
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DuneHopper
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...und hat diesen Thread vor 103 Tagen gestartet!


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3. ex-Jeep Wrangler YJ 4.0 1993
BeitragVerfasst am: 14.03.2018 18:31:44    Titel:
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@Rzwodzwo79: Das ist aus "Sie nannten ihn Mücke"? Oder...ich frag lieber nicht :-D

@Rolf & Mario: Vielen Dank; das freut mich, dass ihr dabeiseid :-)



Tag 4

Heute müsst ihr ordentlich Sitzfleisch beweisen, denn es wird etwas dauern. Schnappt euch am besten einen Kaffee oder noch besser, ein Bier oder noch besser: zwei :-D Wir spielen heute Titanic mit Happy End.

Mal wieder wage ich am Morgen danach einen Blick in die Umgebung, um zu schauen, wo wir denn gestern Abend im Dunkeln überhaupt gelandet sind. Wir bleiben 2 Nächte in diesem Hotel; es lohnt sich also, sich halbwegs einzurichten.



Die hoteleigene Forellenzucht:






Bewährtes Setup: Wir versammeln uns am Parkplatz für eine Abfahrt um 9.00 Uhr.


Nach wenigen Minuten verlassen wir die Straße, schlängeln uns zwischen den letzten Ausläufern des Dorfs durch und wollen eine kleine Anhöhe rauf, die es in sich hat. Alek steigt aufs Gas und prügelt seinen Wagen erfolgreich nach oben. Harald tut es ihm gleich.


Derweil warten die anderen unten, denn jeder wird Anlauf nehmen müssen:


Als nächstes ist Henrick dran:


Wir fahren wieder auf Schmiere, die seinesgleichen sucht.


Nix geht mehr, nichtmal die Winde scheint die rettende Lösung zu sein. Wir schaffen es einfach nicht, den Patrol aus den Spurrillen zu heben, denn wir müssen hier abbiegen (also in Richtung Fotograf).


Und dann auch noch das. Die letzten ca. 3m Seil auf der Winde sind ein anderes Seil, eingeflochten in das Hauptseil. Wieso denn das? Darauf hatte natürlich keiner geachtet. Das Seil ist nicht gerissen, sondern hat sich an der Verbindung beim Zug entflochten, das ist also leicht wieder reparabel. Wir knoten erstmal die Enden unfachmännisch zusammen und lassen mehrere Runden auf der Trommel aufwickeln. Gemerkt: Beim zukünftigen Windeneinsatz vom Patrol genau darauf achten, wieviel Seil wir abwickeln.


Wenn nicht mal die Winde hilft, müssen weitere Geschütze her. Wir versuchen, mit Füllmaterial in der Spurrille eine Art Rampe zu bauen. Zusätzlich graben wir eine neue Quer-Spurrille in der Hoffnung, dass Henrik diese trifft und sie ihn nach links zieht.




Hurra! Im 5. Anlauf klappt unsere Taktik.


Bernd schafft es offensichtlich, genau den richtigen Gasfuß und rechtzeitigen Lenkeinschlag zu erwischen und zieht ganz langweilig durch.


Nun bin ich dran. Entweder stelle ich mich zu blöd an oder die Spurrillen sind mittlerweile zu glatt und abradiert. Ich schaffe es einfach nicht. Mehrere Male Anlauf, Attacke, steckenbleiben, rückwärts wieder runterrollen und nochmal von vorne. Bringt alles nix.


Wir graben die Quer-Spurrille noch tiefer aus.


In Kombination mit der Winde…


…klappt’s dann endlich.


Reifenwechsel gefällig? Hoffentlich nicht! :-D




Jetzt ist Janosh dran. Er versucht von Anfang an, neben der Spurrille zu fahren…


…was aber auch leider nicht klappt. Auch jetzt graben wir wieder tiefer. Janosh schafft es, das Problem ohne Winde, dafür mit Bleifuß zu lösen. Autsch, das hat wehgetan, als der Wagen wieder auf dem Boden aufgekommen ist ;-)


Es geht weiter, mal wieder sind 2h im Nu verflogen. Kurze Zeit später beklagen wir den ersten Schaden der Tour: Irgendwie hat es den Lenkungsdämpfer an einer Seite rausgerissen, der lose runterhängt. Keine Ahnung, wie das geschehen konnte. Roman „repariert“ den Schaden mit Kabelbindern.






Erdrutsch, nix geht mehr. Hier kommen wir beim besten Willen auch mit viel Arbeit nicht durch. Das muss im Frühjahr der Bulldozer regeln. Wir drehen um und suchen uns eine Umleitung.






Wir sind (mal wieder) die Ersten, die seit den Schneefällen hier entlangfahren. Der Weg ist nicht gespurt und auf der Lichtung nicht zu erkennen. Wir wollen natürlich nicht auf Überraschungen drauffahren, die sich unter dem Schnee verbergen und gehen auf Scouting-Tour.


Der beinahe tägliche Einsatz der Kettensäge:


Wir wollen die Mittagspause bei einem nahegelegenen Wasserfall einlegen und müssen dafür einen kleinen Bach überqueren.




Auch bei Harald funktioniert mal etwas nicht auf Anhieb. Die Verschränkung sieht toll aus, aber so kommt er nicht weiter und muss zurücksetzen.




Wir parken die Autos für’s Mittagessen…


…und fotografieren dabei den halbgefrorenen Wasserfall.




Übermut tut selten gut :-D Alle denken sich „Ich fahr einfach vorwärts raus statt in der Spur, das klappt schon“. Nix klappt, wir setzen uns natürlich königlich fest :-D Was der Erfinder von diesem Spinnennetz eigentlich vorhat und wer hier wen schleppt oder nicht, bleibt ein Geheimnis ;-)






Wir machen einem Konvoi von 3 LKWs mit Holz Platz, denn der Stärkere gewinnt hier eindeutig und das wären nicht wir ;-)














Die zugefrorenen Pfützen brechen natürlich, spätestens beim zweiten Auto. Ich bin mir nicht so sicher, ob meine Reifen das gut finden…




Bernd hat ENDLICH auf eine ordentliche Reifengröße gewechselt :-D


Wir kommen an dieser Passage an, die über einen längeren Teil zugefroren ist. Das kann ja heiter werden.


Gleichzeitig bemerken wir diese Flüssigkeit unter Bernd’s Auto und erschrecken. Das wird doch nicht etwa…?


…nein, es ist zum Glück keine Kühlflüssigkeit, sondern Scheibenwischwasser. Er hat es doch tatsächlich geschafft, sich den Tank an einem Stöckchen aufzupieksen. Kein Drama also, aber unangenehm, denn die Scheibenwischer sind bei dem umherfliegenden Modder im Dauereinsatz :-D Da wird wohl jemand nun öfter anhalten müssen, um Wasser auf die Scheibe zu kippen ;-)


Alek fährt als erster. Wird die Eisschicht halten? „Keine Ahnung, wir werden sehen, aber ich ziehe zur Sicherheit schonmal meine Gummistiefel an.“ :-D Na klasse, das klingt vielversprechend.


Alek steigt aufs Gas und zieht durch, ohne einzubrechen. Aber es hat durchgehend wunderschön geknackst.


Bernd steigt als nächster aufs Gas.




Hier kann man erkennen, wie die Vorderachse exakt an dieser Stelle einbricht…


…und der Wagen mit der Schnauze bei voller Fahrt eintaucht:


Als ob Bernd einen Anker geworfen hätte, bleibt der Wagen abrupt stehen.




Jegliche Versuche sind hoffnungslos, der Wagen steckt richtig schön fest.


Schaut euch mal an, wie dick die Eisplatten sind. So ungefähr muss die Titanic sich gefühlt haben. Zum Glück sinken wir nicht :-D


Wir verlängern das Windenseil mit 2 Gurten und dann kommen wir an einen gut positionierten Baum ran.


Aber die Winde müht sich ziemlich ab.


Henrick entscheidet sich, eine unverbrauchte Spur zu nutzen und fährt einfach auf der anderen Seite ohne Probleme durch.


Das Schlachtfeld sieht immer schlimmer aus. Den Letzten beißen die Hunde; es gibt nix unberührtes und unzerwühltes mehr.


Janosh will die Spur von Alek und Bernd ausprobieren und steigt aufs Gas. Der V8 röhrt auf, als gäb’s kein Morgen mehr.




Der Wagen wird abgebremst, aber Janosh versucht, mit aller Gewalt das Auto in Bewegung zu halten und will die Spur wechseln…


…aber vergeblich.


Wir räumen einige der panzerbrechenden Eisplatten weg. Schaut mal, wie tief Roman im Wasser steht.


Ein weiterer Versuch ohne Winde…nix geht.




Janosh, wink mal :-D


Harald ist jetzt dran. Wie üblich, lässt Harald uns andere mal wieder ganz schön alt aussehen und zieht durch.




Als Letzter bin mal wieder ich an der Reihe. Henrick ist bisher der einzige, der auf seiner Spur gefahren ist. Insofern hoffe ich, dass die äußere Spur am wenigsten zerwühlt ist und probiere mein Glück.


Auch, wenn’s nicht so aussieht: Ich fahre noch :-D


…und weiter…


…und schaffe es tatsächlich ins Ziel :-D


Auch diese Aktion hat uns ordentlich Zeit gekostet, es wird dunkel. Aber Alek hatte sich sowas schon gedacht und weiß den direkten Weg zu einer Straße. Wir sind bereits in der Nähe des Hotels und kommen kurze Zeit später nach insgesamt 75km in 8h an. Nach dem Abendessen verabschieden wir uns von Janosh und Roman, die leider 1 Tag früher abreisen müssen und morgen in aller Frühe losfahren. Somit werden wir morgen, dem letzten Tag, mit 5 Autos unterwegs sein.

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