Verfasst am: 29.12.2009 13:17:14 Titel: Dakar und VW Amarok
Das Schild "alter Mann zum mitreisen gesucht" hat mich spontan angesprochen.
Morgen früh gehts deshalb erst nach Frankfurt und dann über den Teich nach Buenos Aires. Von Argentinien aus werde ich bis zum 10. Januar die Rallye Dakar nach Chile begleiten.
Nach Möglichkeit werde ich von dort aus jeden Abend ein paar Anekdötchen zum Besten geben, insbesondere vom - für mich jedenfalls - Hauptakteur der Tour, dem neuen VW Amarok. Mit dem werden wir nämlich die paar Kilometer bis Antofagasta in Chile unterwegs sein.
Der große Kapitän dieses Forums hat sich bereit erklärt, meinen kleinen Allrad-Blog von dort auch hier einzubinden. Ich danke auf das allerhöflichste
Ab dem 30.12. abends (hier Ortszeit eher Mitternacht) kommen dann die ersten Geschichten aus der neuen Welt:
Verfasst am: 29.12.2009 15:11:46 Titel: T minus sieben
T minus sieben
Tordi am 23.12.2009 um 10:12.46 Uhr
Am 30. wird Richtung Buenos Aires gestartet. Von dort ab 1.1.2010 immer westwärts: Zehn Tage lang im neuen VW Amarok Richtung Chile, in Begleitung der 21. Rallye Dakar.
Heute sind die Reiseunterlagen eingetroffen. Erste Herausforderung: Zwei Tage verschlungene Pfade in Buenos Aires.
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Verfasst am: 29.12.2009 15:11:47 Titel: Die Ruhe vor dem Sturm…
Die Ruhe vor dem Sturm…
Tordi am 29.12.2009 um 10:50.14 Uhr
Der Zeitplan in Buenos Aires startet am 30.12. Das erste Meeting des kompletten Teams beginnt in den Abendstunden. Am Morgen des 31.12. gibt es dann das erste Zusammentreffen mit den Fahrzeugen. Wir müssen als Begleitteams ebenfalls durch die offizielle Abnahme des Rallye-Veranstalters. Die Amarok bekommen einen Technik-Check, die Unterlagen werden geprüft. Am Neujahrstag beginnt die Rallye mit dem Showstart über die Rampe. Richtig los geht es dann allerdings erst am 2. Januar. Um fünf Uhr früh starten wir mit den Amarok auf die erste, 800 Kilometer lange Etappe von Buenos Aires nach Cordoba.
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Nach fast 13 Stunden Flugzeit aus Frankfurt pünktliche Landung in Buenos Aires. Hans Joachim Stuck, der ebenfalls die Tour begleiten wird, freut sich über die Passkontrolle ein Loch in den Bauch. Die Einreiseformalitäten dauerten ca. zwei Minuten, inklusive anstehen. Viele Grüße an die US-Immigration Control – es geht auch anders. Zu viert – Stuck nebst Gattin, ein Kollege aus Stuttgart und ich – werden wir im Bus ins Teamhotel verfrachtet, wo wir gegen 22 Uhr Ortszeit (vier Stunden vor Deutschland) einchecken.
Anschließend noch ein kleiner Abendspaziergang ? bei aktuell 24 Grad um Mitternacht sind die Straßencafés entsprechend belegt, vereinzelt leuchten bunte Teamhemden aus den Stühlen, sonst ist von der Dakar in diesem Teil der argentinischen Hauptstadt noch nicht viel zu sehen.
Auch die Amaroks werden wir erst morgen zu Gesicht bekommen, nur zwei T5 stehen bereits vor dem Hotel ? im vorderen wird Herr Stuck die Dakar bereisen.
Der Abendspaziergang bringt dann allerdings auch noch ein schönes Auto vor die Linse, das zwar nichts mit der Dakar zu tun hat, aber geradezu darauf zu warten scheint, mal eben ein paar Monate durch Südamerika zu gondeln
Morgen früh 8:00 erstes Meeting mit dem kompletten Team, dann Abfahrt zur Dakar-Village, um den Papierkram zu erledigen.
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Wer glaubt, die Deutschen hätten die Bürokratie erfunden, war noch nicht bei der „Dakar“. Rund vier Stunden dauerte der Hürdenlauf durch die Instanzen, dabei hatten dienstbare Geister bereits im Vorfeld etliche der einzelnen Stationen abgehakt. Gegen Mittag fand der letzte Stempel seinen Platz in den Teilnahmeunterlagen.
Das Veranstaltungsgelände mitten in Buenos Aires bietet Volksfest-Atmosphäre, es wurlt und wuselt. Und ist heiß.
Der Amarok wird auf einem Offroad-Parcours gezeigt, probesitzen und den Motor angucken ist auch erlaubt. In der Hotel-Tiefgarage gab es außerdem den ersten Kontakt mit ?meinem? Auto für die nächsten Tage. Die Startnummer 909 steht auf BF Goodrich All Terrain. Die Befürchtung, das Gepäck auf der Ladefläche ordentlich einzusauen war umsonst, IKE-226 hat einen schicken Deckel über der Pritsche. Noch nicht auf dem Markt und schon Werkszubehör?
Silvester wird heute mit dem VW-Team gefeiert, mit gebremstem Schaum. Die Race-Touareg starten morgen schon auf die erste Liason, um am 2.1. auf die erste Wertungsprüfung zu gehen.
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Verfasst am: 01.01.2010 15:40:09 Titel: Im Leerlauf
Im Leerlauf
Tordi am 01.01.2010 um 15:35.27 Uhr
Wir würden gerne los, aber damit wird es heute noch nichts. Nachmittags läuft der Showstart in Buenos Aires, die Teilnehmer fahren eine erste Verbindungsetappe auf der Straße bis an den Start der ersten Sonderprüfung morgen früh. Für uns geht es erst morgen um 04:30 auf die 800 Kilometer nach Cordoba. In der Zwischenzeit nochmals Gepäck reorganisieren, alle Unterlagen und Zubehör für die Autos sortieren, Equipment checken.
Die Vorgaben an die Begleitautos sind so streng wie bei den Rallyefahrzeugen im Wettbewerb. Unser Amarok ist deshalb mit Überrollkäfig, drei einzelnen Schalensitzen, zwei Notaus-Schaltern, zwei Ersatzrädern, Reservekanistern, Sandblechen und-schaufel, GPS und Notfall-Funksystem, Satelliten-Telefon, Feuerlöscher, ohne Dachimmel, aber dafür mit Radio. Wir müssen also nicht selbst singen.
Das Tripy-GPS-System des Veranstalters hat nicht nur das Roadbook gespeichert, es zeichnet auch die gefahrene Route und die Geschwindigkeit auf. Wer innerorts oder auf tempolimitierten Strecken zu flott unterwegs ist, bekommt kernige Strafen aufgebrummt – das gilt nicht nur für die Teilnehmer.
Nach dem probesitzen heißt es jetzt noch 16 Stunden warten, bis auch für uns der Startschuss fällt.
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Verfasst am: 02.01.2010 22:40:04 Titel: Auf dem Weg
Auf dem Weg
Tordi am 02.01.2010 um 22:39.21 Uhr
03:30 Wecker, duschen, packen, Abfahrt um 04:30. Endlich geht?s los.
Rund 800 Kilometer bis ins Camp nach Cordoba. Es dauert über eine Stunde, bis wir überhaupt aus Buenos Aires raus sind, dann geht es quer durch die argentinische Pampa. Schnurgerade Straßen und kein Hügel bis zum Horizont, es ist einfach nur flach. Ein spanischer Kollege, wohl vom Sekundenschlaf erwischt, reitet kurz vor sechs einen harten Stunt: Er kommt von der Straße ab, rödelt quer durch ein Riesengebüsch eine Böschung rauf und wieder runter, umkurvt gekonnt einen Brückenpfeiler um ohne zu bremsen wieder auf die Autobahn zu schlittern. Dass in Argentinien Leitplanken Mangelware sind, war heute ein echter Segen. Dem Auto hat es weniger ausgemacht als den leicht entgeisterten Beifahrern. Beim Blick unter den Amarok wird klar warum: Doppeldämpferfahrwerk. Das hält.
Die reizarme Fahrt wird nur von einem Tankstopp (Durchschnittsverbrauch: 9 Liter) unterbrochen. Zwölf Stunden dauert es, bis wir nach einem kurzen Halt am Zieleinlauf der heutigen Etappe im Camp ankommen.
Platz ist im Amarok reichlich, die zu kurz montierten Hosenträgergurte und die bockharten Schalensitze lassen allerdings nach sieben, acht Stunden die Beine taub werden.
Bei der Ankunft in Cordoba werden wir von der Polizei durch Stau und Menschenauflauf ins Camp gewunken. Das liegt auf einem riesigen Parkplatz beim Stadion, von Wüstenfeeling eher keine Spur.
Mit Bildern wird es heute etwas schwierig, die UMTS-Verbindung ist eher unflott…
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Bilder-Nachtrag 1
Tordi am 03.01.2010 um 02:22.10 Uhr
Die Bilder zum Tag.
Das Doppeldämpfer-Fahrwerk ist eine Konstruktion der Firma Seikel und wird dort wohl auch zu beziehen sein, wenn der Amarok bei uns auf dem Markt ist. Einen Nachteil hat das Ganze: Wegen der vor dem vorderen Federbein montierten Zusatzdämpfer ist der Lenkeinschlag begrenzt, der Wendekreis ist deutlich größer als die serienmäßigen 12,5 Meter.
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